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Complete in box! Oder doch nicht???

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Autor: Stefan Nowak

BeitragsbildfinalSeit vielen Jahren nimmt die Anzahl der sogenannten Bootlegs, welche schlicht und ergreifend Raubkopien sind, stetig zu. Das ist einfach nur nervig und man muss mittlerweile ganz schön aufpassen, dass man nicht versehentlich einen solchen Mist einkauft. Eines der prominentesten Beispiele ist sicherlich das Spiel Ginga Fukai Densetsu: Sapphire von dem Entwickler CAProduction, welches von Hudson in Japan für die PC Engine veröffentlicht wurde. Raubkopierer produzierten das Spiel nach und alles (CD inkl. Aufdruck, die Anleitung u.s.w.) sieht fast genauso aus wie beim Original. Nur zum Beispiel ganz kleine Abweichungen in den Farben auf dem Cover zeigen dem geschulten Auge, dass man es mit einer Kopie zu tun hat. Da das Spiel nur für einen sehr hohen Preis den Besitzer wechselt, ist es leider ein ziemlich hohes Risiko sich dieses Spiel zuzulegen und man kann nicht einfach mal spontan zugreifen.

Besonders schlimm ist es bei GBA Spielen. Die Anzahl der Spiele, die als Bootleg im Umlauf sind, ist erschreckend und bei jedem Neukauf schaue ich GANZ genau hin und suche die typischen Hinweise auf eine Raubkopie. Auf Flohmärkten hatte ich schon sehr häufig Spiele in der Hand, die ganz bestimmt keine Originale waren. Vor einigen Monaten habe ich versehentlich eine Raubkopie eines GameBoy Color Spiels gekauft. Es war sogar ein sehr bekannter und großer deutscher Händler, der dieses Spiel in seinem Webshop anbot. Zum Glück hat er es zurück genommen und den Kaufpreis erstattet.

1942gbcRaubkopie
1942 für GBC. Original (links) und Raubkopie.

Aber es wird zukünftig noch schlimmer!

Mit Erschrecken und mittlerweile großem Ärger beobachte ich seit einer Weile in deutschen Foren, dass sich so manche „Sammler“ darüber unterhalten wie man am besten Teile eines Videospiels reproduziert, damit sie ein „komplettes Exemplar“ erhalten. Es werden OVPs eingescannt und daraus neue OVPs hergestellt. Mit den heutigen technischen Mitteln ist es mittlerweile einfach und günstig, solche Dinge zu reproduzieren. Und einige Ergebnisse sind nur schwer vom Original zu unterscheiden. Ich werde schon stutzig, wenn ein altes und seltenes Spiel irgendwo angeboten wird, dessen OVP, Anleitung und Label ZU gut aussehen. In den Auktionshäusern werden immer häufiger „Ersatz OVPs“ und „Anleitungen“ angeboten. Wer weiß, wie viele Spiele CIB (complete in box) angeboten werden und irgendein Bestandteil davon ist nicht original.

Leute, das nervt!!! Ihr macht mit eurer Reproduziererei alles kaputt. Wenn ihr ein komplettes Exemplar haben wollt, dann kauft es euch und verkauft anschließend das andere. Ich kann eh nicht nachvollziehen was geil daran sein soll, eine selbstgemachte OVP, Anleitung oder sonst irgendwas zu haben. Dadurch wird das Exemplar eben NICHT vollständig und dieser Mist kommt irgendwann in den Umlauf. Also was mich betrifft, macht mir das Hobby
Videospiele sammeln immer weniger Spaß. Erst dieser Mist mit den Bootlegs, dann die Preissteigerungen und jetzt auch noch reproduzierte OVPs, Anleitungen oder sonst irgendwas! Und in meinem direkten Umfeld unterhalten sich die Leute ganz offen darüber, kopieren die Rückseiten irgendwelcher PlayStation Spiele und verkaufen sie anschließend bei Ebay. Ich bin kurz davor mich von solchen Foren zu verabschieden, obwohl ich seit vielen Jahren Mitglied bin.

Bitte aufhören mit dem Mist!!!

Übrigens: Das Exemplar von Sunset Riders, welches man im Beitragsbild sehen kann, stammt aus meiner Sammlung und jedes Bestandteil ist original. Gekauft habe ich es bereits vor vielen Jahren. Aber heutzutage würde ich nicht mehr zugreifen, ohne vorher sehr detaillierte Informationen vom Verkäufer einzuholen.

9 Antworten

  1. Lukas
    | Antworten

    Das Problem an Reproduktionen: ich kann noch so ehrlich sein und einem Käufer sagen, dass ein Teil des Materials nicht original ist – ich habe keine Kontrolle darüber, wie der Käufer dann damit verfährt und ob diese Information bei einem Weiterverkauf ebenfalls weitergetragen wird. Letztendlich kann ich also nicht ausschließen, dass die fraglichen OVPs, Anleiteungen, etc. doch als vermeintliche Originale auf dem Markt landen.
    Wenn man also diesen albernen Selbstbetrug schon unbedingt möchte, dann nur unter einer von zwei Bedingungen:
    1) Das Label/die Anleitung/Wasauchimmer ist eindeutig als Faksimile gekennzeichnet.
    2) Wer sein Wir-tun-mal-so-als-ob-Spielzeug nicht mehr will, hat es gefälligst zu zerstören. Es wird nichts verkauft, nichts abgegeben, keine vollständigen und nicht als Kopien gekennzeichneten Druckvorlagen verbreitet.

    • Acrid
      | Antworten

      Ja, so ungefähr stelle ich es mir vor.

  2. fedis
    | Antworten

    Ich finde das Acrid hier zu viel Emotionen hinein bringt. Bin zwar auch der Meinung das Bootlegs eine Seuche der Scene ist. Aber Abwegen ob kommerziell oder für den Heimgebrauch sollte man bei Cover oder Ovp schon.
    Ich kann es verstehen wenn man beim Kauf eines Spieles auf ein Bootleg hereingefallen ist, und dem entsprechend sauer auf gewisse Sachen ist. Aber jetzt die Wurzel allen Bösen bei ein paar Leuten zu suchen die sich für Ihre Originale eine OVP oder ein Cover „reproduzieren“ finde ich doch total falsch.
    Wenn aber gleich Module, Software und der Gleichen kommerziell hergestellt wird, kann ich das nicht gut heißen und verachte das. Denn genau hier steckt das Böse im Detail. Leute die sich schnell mit wenig Aufwand bereichern wollen, diese sollte man am Pranger stellen.
    Wenn Dir das Dein Hobby Kaputt macht, wenn ich mir hier zu Hause eine gebastelte OVP hinstelle, möchte ich nicht wissen was erst passiert wenn in China ein Sack Reis umfällt.
    Schlussendlich steht oder fällt das ganze mit der Ehrlichkeit des Verkäufers wie LeChris schon sagte.
    Ich für meinen Teil würde mich erst gar nicht trauen meine Custom Verpackungen mit zu verkaufen.

    Ach ja was ich von den CVP´s jetzt habe
    1. ein schönes Regal
    2. Geld gespart
    3. Freunde können jetzt ein wenig zum Spiel sehen und lesen

    Verstehe mich jetzt nicht falsch ich kann Deine Meinung verstehen. Ich finde nur den Ansatz verkehrt.
    Unkraut packt man an der Wurzel.

    Cheers
    fedis

    • Oxx
      | Antworten

      Naja so wurde auch bei Repro Snes Games gesprochen und im Endeffekt sind diese dann auch auf ebay für teuer Geld aufgetaucht. Wenn das jemand konsequent für sich selber produziert ist das ok, zwar albern aber ok.

    • Acrid
      | Antworten

      Hallo Fedis, vielen Dank für deinen Kommentar.

      Wie Oxx bereits gesagt hat geht es mir darum, dass trotz ursprünglich nur für den eigenen Gebrauch gemachte Kopien von Anleitungen, Rückseiten, Labels oder sonstigen Bestandteilen eines kompletten Spiels diese trotzdem häufig in den Umlauf geraten. Und je mehr Leute solche Dinge kopieren, desto größer ist die Gefahr, dass sie nach draußen kommen und irgendjemand sowas kauft, ohne zu wissen dass mit dem Exemplar irgendwas nicht stimmt. Vor ein paar Monaten habe ich in einem Forum mitbekommen, wie jemand auf einem Flohmarkt einen etwas selteneren PS1 Titel gefunden hat, allerdings ohne Backcover. Er hat rumgefragt wo man einen guten Scan davon finden kann, hat das Blättchen selbst gedruckt und das Spiel bei Ebay angeboten. Gut, er hat im Angebotstext erwähnt, dass die Rückseite nur eine Kopie ist. Aber macht das auch der Käufer, wenn er es irgendwann mal weiterverkauft? Die Versuchung es nicht zu tun ist groß, denn Sammler zahlen für „komplette“ Exemplare weitaus höhere Preise.

      Pocky & Rocky with Becky habe ich über einen langen Zeitraum nur sehr selten komplett irgendwo gesehen. Und plötzlöich tauchen sie andauernd bei Ebay auf. Sowas macht mich einfach stutzig. Ich bin überzeugt davon, dass es mehr künstlich komplettierte Spiele um Umlauf gibt, als wir denken. Ich habe mir sogar schon mal ein GBA Spiel ein zweites mal gekauft, weil ich den Verdacht hatte dass die OVP nicht echt ist. Sie hat so komisch geglänzt. Allerdings hatte ich Glück und es stellte sich heraus, dass es bei diesem Spiel normal ist. Bei dem 1942 für GBC war es ja noch einfach, weil man es auf den ersten Blick erkennt. Nicht aber bei kopierten Labels oder so.
      Sowas versaut mir echt den Spaß am Sammeln.

  3. Eternal Gamer
    | Antworten

    Ich finde den Einblick in die Sammelszene an sich immer recht spannend, auch wenn sie mich – zugegebenermaßen – meist auch ein wenig befremdet. Ich habe selbst lange Zeit DVDs gesammelt (und viel zu viel Geld in diese Leidenschaft versenkt) und kann den Reiz am Sammeln dementsprechend durchaus nachvollziehen und doch erstaunt mich immer wieder mit welch Leidenschaft und wie emotional wahre Sammler an die Sache rangehen. In meinem Elternhaus verstauben Dutzende SNES und NES-Spiele im Schrank, teils noch komplett mit OVP und Anleitung, möglicherweise sogar so manch bekehrtes Modul, aber es ist mir ziemlich egal. Wie Oxx schon sagt … auch für mich zählt in erster Linie das Spiel. Solange das noch läuft, ist alles gut (bei Filmen sehe ich das mittlerweile übrigens genauso 😀 ).

  4. Acrid
    | Antworten

    Naja, jeder kann ja sammeln was er will. Damit, dass immer mehr Spiele immer teurer werden, habe ich mich ja abgefunden. Stört mich auch nicht so sehr, weil ich das meiste, was mich interessiert und mittlerweile hochpreisig ist, bereits seit langem habe. Aber das Reproduzieren von Teilen eines kompletten Spiels (Papphüllen, Rückseiten von PS1-Spielen oder ganze Einleger von PS2-, GC- und XBox Hüllen, Anleitungen, …) betrifft auch häufig vorkommene und vergleichsweise günstige Spiele. Spontankäufe werden immer schwieriger.

  5. Oxx
    | Antworten

    Ja, kann ich auch nicht verstehen. Ich muss aber auch nicht krampfhaft alles besitzen. Was lose ist (70% meiner Nes und Snes Spiele) bleibt halt lose, dadurch wird das Spiel nicht schlechter. Generell beginnt diese ganze Sammelei recht affig zu werden.

  6. LeChris
    | Antworten

    Hi Acrid, da hast Du wohl Recht damit, dass so einem die Freude am Sammeln vergehen kann. Zum Thema repros hab ich nur diese Meinung. Wenn man seine Sammlung z. B. erweitern will mit Spielen, die nie erschienen sind (Starfox 2 etc.), dann ist das OK. Sollte man aber mal daran denken diese zu verkaufen ist Ehrlichkeit oberstes Gebot. Doch da scheiden sich die Geister, wenns ums liebe Geld geht. Labels drucken ist auch OK, sofern man dies für ein Everdrive oder dergleichen tut, oder wenn man ein „defektes“ Modul hat und es wieder im alten glanz erscheinen lassen will. Hier auch wieder, sofern Verkauf, dann aber ehrlich.

    Es ist leider so, dass diese „Retrowelle“ wohl zum Trend degradiert. Jeder Sammler will selbst immer das beste zum angemessenen Preis und würde – so behaupte ich jetzt einfach mal – auch wieder was weggeben zum „Realpreis“.

    Ich sammle, weil es mir Spass und Freude macht. Dies lass ich mir von keinem verderben. Man muss halt vorsichtiger sein und mehr Fragen stellen als zuvor, oder beim Verkäufer des Vertrauens kaufen :)

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