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Die besten Spiele für das Amiga CD32 – Jump ’n Runs

In den Folgen #34 (Shoot ‚em Ups für Amiga CD32) und #37 (Mr. Nutz: Hoppin‘ Mad) habe ich bereits schöne Spiele für den Amiga vorgestellt. Allerdings gibt es weitaus mehr schöne und vor allem einzigartige Spiele für den Amiga und das CD32, die es immer noch wert sind hin- und wieder gespielt zu werden.

Im Vergleich zu anderen Plattformen gibt es für das Amiga CD32 nicht sehr viele Spiele. Und viele davon sehen auch noch fast genauso aus wie ihre Gegenstücke für den Amiga 500, obwohl das CD32 durch den AGA Chipsatz und den doppelt so schnellen Hauptprozessor leistungsfähiger ist. Spaß machen viele CD32-Spiele trotzdem.

 

Brian the Lion von Reflections Interactive

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Brian the Lion Titelbild
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Brian the Lion CD32 OVP

Der Entwickler Reflections Interactive ist vor allem bekannt für seine Beast Serie, die mit Shadow of the Beast ihren Einstand feierte. Später erziehlte er mit Destruction Derby und Driver ebenfalls große Erfolge.

Brian the Lionwelches für Amiga 500 und CD32 erschien, gehört zu den weniger bekannten Spielen. Und das ist schade, denn es ist gar nicht so schlecht. Sowohl die Grafik als auch der Sound sind sehr gut gelungen und es gibt einige technische Spielereien, die es ansonsten nur selten in den Spielen für Amiga zu bestaunen gibt.

Reflections Interactive wollte mit diesem Jump ’n Run aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus dem Konsolenlager das typische Konsolenfeeling vermitteln, was ihnen auch ganz gut gelungen ist. Leider fühlt sich die Steuerung etwas schwammig an und man braucht eine Weile, um sich an sie zu gewöhnen.

Trotzdem ist Brian the Lion ein empfehlenswertes Spiel, welches es exklusiv nur für Amiga gibt.

Kid Chaos von Magnetic Fields

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Kid Chaos Titelbild CD32
Shaun Southern
Shaun Southern

Ein noch stärkeres Konsolenfeeling kann Kid Chaos erzielen, welches von der Entwicklerlegende Shaun Southern programmiert wurde. Shaun Southern ist verantwortlich für unzählige Spiele und er entwickelte bereits für die  Homecomputer C16 und C64 von Commodore. Seine Spiele zeichnen sich meistens dadurch aus, dass sie technisch sauber sind und ein ziemlich arcadiges Feeling vermitteln. Am bekanntesten dürfte wohl seine Lotus Reihe sein. Das sind sehr gute Rennspiele, die stark an OutRun erinnern und aus technischer Sicht zu den besten gehören, die für Amiga entwickelt wurden. Ich habe Shaun Southern bereits durch Spiele wie zum Beispiel P.O.D, Trailblazer, Speed King und Arthur Noid für C16 kennengelernt.

Nach der Zeit, in der er Mitglied der Truppe Mr. Chip Software war und seine Spiele meistens von Mastertronic veröffentlicht wurden, gründete er zusammen mit Andrew Morris das Enwicklerstudio Magnetic Fields und sie feierten sehr große Erfolge mit Lotus Esprit Turbo Challenge und Super Cars. 

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Kid Chaos CD32 OVP

Das 1994 erschienene Kid Chaos ging ein wenig unter. Offensichtlich war die Konsolenkonkurrenz inzwischen zu groß und viele Spieler vergnügten sich lieber mit der Sonic the Hedgehog Reihe. Sonic ist auch das Spiel, an dem sich Magnetic Fields orientierte und an allen Ecken und Enden sieht man es Kid Chaos auch an. Angefangen beim Aussehen der Grafiken und Level, dem Leveldesign, der Spielgeschwindigkeit und den kleinen Sequenzen zwischen den Levels. Sogar die Anordnung der Level und die Platzierung der Endgegner entspricht den Sonic Spielen. Es gibt mehrere Welten mit jeweils mehreren Levels und einem Endgegner am Ende des letzten Levels. Viele aus Sonic bekannte Elemente finden sich in Kid Chaos wieder. Zum Beispiel Brücken die sich durchbiegen, wenn man über sie hinweg läuft. Im Video werden weitere Elemente gezeigt.

Technisch ist das Spiel mit seinen vielen und sehr schnell scrollenden Ebenen herausragend und die Steuerung ist sehr gut und direkt. Jump ’n Run Fans sollten sich diesen exklusiv nur für Amiga erhältlichen Klassiker einmal ansehen.

 

Superfrog von Team 17

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Superfrog Titelbild CD32
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Superfrog CD32 Bigbox

Team 17 gehört zu den bekanntesten Entwicklern für Amiga und einige seiner Spiele sind große Hits. Neben Alien Breed und Project-X ist die Worms Reihe wahrscheinlich am populärsten. Superfrog dürfte ebenfalls vielen Spielern ein Begriff sein, denn die Amiga CD32 Version gehört zu den Spielen, die mittlerweile nur noch für einen sehr hohen Preis den Besitzer wechselt. Vorausgesetzt es handelt sich um ein vollständiges Exemplar inklusive Bigbox. Im Video zeige ich leider nur die Version im Jewelcase ohne Bigbox, weil ich die Bigbox Variante zu dem Zeitpunkt noch nicht besaß. Erst einige Monate später konnte ich die Bigbox zusammen mit einigen anderen CD32-Spielen zu einem erstaunlich günstigen Preis ersteigern.

Wieder erinnert vieles an den Überhit Sonic the Hedgehog. Vor allem der schnelle Spielablauf und das hügelige Leveldesign. Technisch ist es etwas weniger beeindruckend als Brian the Lion und Kid Chaos. Vor allem, weil es über kein parallaxes Mehrebenenscrolling verfügt. Aber die Grafik ist schön und wirkt wie ein Comic. Die Qualität der Steuerung ist ebenfalls in der Mitte zwischen den beiden anderen Spielen angesiedelt. Etwas weniger gut als bei Kid Chaos, dafür aber weniger schwammig als bei Brian the Lion. Alles in allem ist es ein gutes Jump ’n Run, welches durch abwechslungsreiche und weitläufige Level überzeugt, in denen es viele versteckte Abzweigungen und Geheimnisse zu entdecken gibt.

 

Fire & Ice von Graftgold

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Fire & Ice CD32 Titelbild
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Andrew Braybrook

Na, wem sagt der Name Andrew Braybrook etwas? Niemandem? Wie sieht es mit den folgenden Spielen aus: Uridium, Paradroid, Rainbow Islands (Amiga), Realms…. Aha! Doch schon mal gehört, oder? Diese Klassiker stammen allesamt von dem gebürtigen Engländer Andrew Braybrook, der ein Mitarbeiter des Entwicklerhauses Graftgold war. Nachdem Graftgold vor vielen Jahren Konkurs anmelden musste, verließ er leider die Spielebranche und programmiert seitdem für eine Versicherungsgesellschaft.

Aus seiner Feder stammt auch das wunderschöne Jump ’n Run Fire & Ice, welches neben den Originalentwicklungen für Amiga und Atari ST sogar von Tec Toy für das Master System umgesetzt wurde. Die Master System Version wurde allerdings nur in Brasilien veröffentlicht und ist deutlich abgespeckt worden.

Die CD32-Version gehört zu den wenigen Spielen, die extra für diese Plattform etwas aufgebohrt wurden. So wurde in sämtlichen Levels eine weitere parallax scrollende Ebene hinzugefügt. Im Video werden die Amiga 500 und die CD32-Version direkt nebeneinander gezeigt und man kann die Unterschiede sehr deutlich sehen.

FireIce_CD32_vs_Amiga500_1 FireIce_CD32_vs_Amiga500_2

Das Jump ’n Run zählt zu den etwas gemächlicheren Titeln und überzeugt durch seine außerordentlich gute Grafik und dem aufwändig animierten Helden namens Cool Coyote. Die Level sind äußerst abwechslungsreich und die verschiedenen Witterungen und Umgebungen beeinflussen die Bewegungen der Sprites und deren Steuerung.

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Fire & Ice CD32

Beispielsweise im ersten Level ist alles vereist und Cool Coyote schlittert herum. In der zweiten Welt findet das Geschehen unter Wasser statt, was sich  ebenfalls entsprechend auf die Steuerung auswirkt. Dadurch ist das Spiel sehr abwechslungsreich.

Wie so oft, wenn Spiele für das CD32 umgesetzt wurden, wurde ein neuer Soundtrack mit auf die CDs gepresst. Allerdings kann man auch die normalen Amiga Chiptunes anwählen, die mir ehrlich gesagt sogar besser gefallen.

Weniger gut gefällt mir, dass die CD32-Version nicht, so wie die Amiga 500 Version, in einer Bigbox ausgeliefert wurde. Man muss mit dem wenig spektakulären Jewelcase leben. Das Cover ist gleichzeitig eine mehrseitige Anleitung. Die CD32-Version ist, abgesehen von dem Jewelcase, die mit Abstand schönste und beste Version und macht sich sehr gut in der Jump ’n Run Sammlung.

Links:

Shaun Southern: Softography (Magnetic Fields/Mr. Chip Software)

Andrew Braybrook: C64-Wiki

Team 17: Wikipedia

Ubisoft Reflections (ehemalig Reflections Interactive): Wikipedia

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