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1

07.08.2014, 03:29

Capcom-Fanboy Geweine!

Ich verstehe zwar diesen ganzen Aktien- Wirtschaftsblablakram nicht, aber es scheint so als hätte Capcom mittlerweile angefangen ihre Serien zu verkaufen bzw. andere Publisher mit einsteigen zu lassen. Das ist in sofern seltsam, da Capcom sich da meines Wissens nach immer ziemlich gegen gewehrt hat. Es ist fraglich wie lange sich Capcom, in der jetzigen Form noch hält. Es ist eigentlich Schade, das ein Traditionsunternehmen wie Capcom, die in den 80er/90er Jahren zu den wichtigsten Entwicklern zählten, offenbar irgendwie ums Überleben kämpft. Etliche Vorzeigedesigner sind weiter gezogen und ziehen jetzt erfolgreich Spiele durch, die Capcoms Chefetage nicht finanziert hätte.

Wenn man sich Mikamis Evil Within oder Inafunes Mighty No.9 anschaut - zumindest den momentanen Status - ist es schon Schade, dass Capcom offenbar wenig Vertrauen in ihre Entwickler bzw. ihren langjährigen Spieleserien hat. Man ist fast gewillt zu sagen, dass es vielleicht nicht das allerschlechteste wäre, wenn einige von Capcoms Serien mal unter der Fuchtel von anderen Firmen wäre. Soo viel kann man da wirklich nicht mehr verbocken.
"...einer fällt auf den Boden und grunzt plötzlich nur noch wie ein Schwein..."

DustyBits

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2

07.08.2014, 06:24

Es ist doch grundsätzlich so, dass wenn die Leute die das Unternehmen "leben" nicht mehr das Sagen haben sondern echte Business-Leute, dann werden komische Entscheidungen getroffen.
Das mag bei Capcom anders sein, aber es hört sich schwer danach an :-(

Wäre echt schade drum ...

3

07.08.2014, 08:51

Ich betrachte das als die lezten Zuckungen von Capcom. Vielleicht schaffen es andere Entwickler den Serien neues Leben einzuhauchen. Imho gelang das Capcom bisher nur bei Street FIghter.

Schönes Beispiel dafür wie "Markt-Experten" diesen Laden kaputt optimiert haben.
Hipster-Pisser!

henrikf

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4

07.08.2014, 09:31

Es ist doch grundsätzlich so, dass wenn die Leute die das Unternehmen "leben" nicht mehr das Sagen haben sondern echte Business-Leute, dann werden komische Entscheidungen getroffen.
Das mag bei Capcom anders sein, aber es hört sich schwer danach an :-(

Wäre echt schade drum ...

Das ist exakt das, was ich immer wieder feststelle. Vielleicht dazu mal meine vereinfachten Überlegungen:

Eine Firma läuft gut, hat ein gutes Produkt, die Mitarbeiter sind motiviert. Alles super. Dann kommt der Firmenbesitzer auf die Idee, an den Aktienmarkt zu gehen, weil man durch den Verkauf von Anteilen der Firma - den Aktien - Kapital in die Firma spülen könnte. Man muss sich also nicht Geld bei einer Bank leihen, sondern macht das am Aktienmarkt. Gesagt, getan. Man installiert einen Vorstand, der entsprechende Gehälter verschlingt, einen Vorstandsvorsitzenden, der weil wichtig noch mehr Geld verschlingt, stattet diese alle mit Aktienpaketen aus und so weiter. Dann muss es noch einen Aufsichtsrat geben, der ähnlich ausgestattet wird.

Die AG ist gegründet und verkauft einen Teil der Firma also nun in Form von Aktien an der Börse. Das passiert während des Börsengangs. Das spült erst einmal richtig Geld in die Kassen der Firma, und die kann dieses Geld verwenden, um neue Investitionen zu tätigen. Was keiner bedacht hat: Die kosten für Gehälter sind natürlich auch schon mal gestiegen.

Die Aktien werden nun an der Börse gehandelt. Je mehr Leute die kaufen wollen, desto höher steigt deren Wert, je weniger kaufen wollen, desto weniger sind diese Wert. Davon hat die Firma erst einmal gar nichts, weil die Aktien beim Börsengang schon verkauft sind. Dieser Aktienwert ist also nur für Spekulanten von Interesse.

Der Wert der Firma wird aber nun auch anhand der Wert der Aktien gemessen. Wir kennen alle den durchlaufenden »Ticker« in den Börsennachrichten im »Ersten« im Fernsehen. Eigentlich ist das totaler Blödsinn, weil die Aktien von der Firma ja nur einmal verkauft wurden, nämlich eben beim Börsengang. Das Geld wurde an die Firma gezahlt und ist ja trotzdem nun im Firmenkapital vorhanden. Und die Firma produziert ja auch weiter ihre Produkte, selbst wenn der Preis der Aktie nur noch ein Zehntel vom ursprünglichen Wert beträgt. Trotzdem steigt oder sinkt laut Börse nun der Wert der Firma anhand des Aktienwertes.

Wir erinnern uns auch an die Aktienpakete der Vorstände und evtl. der Aufsichtsratmitglieder. Die werden natürlich auch mal mehr mal weniger wert. Was glaubt ihr also nun, was die Vorstände machen werden? Richtig: Sie stecken einen Gutteil ihrer Zeit darin, den Aktienwert irgendwie oben zu halten und nicht mehr unmittelbar in die Entwicklung von Produkten. Und schon arbeitet eine Firma nicht mehr für ihre Kunden sondern zu einem Großteil für die Börse. Das kommt der Produktqualität nicht zugute. Vor allem wenn da so ein armer Produktverantwortlicher vor den Vorstand zitiert wird, weil evtl. etwas nicht so läuft, wie es läuft. Das war früher vor dem Aktiengang vielleicht der kurze Dienstweg zum Firmenbesitzer, jetzt ist das aber ein Akt mit Präsentation und so weiter (weil ja auch die meist eher ahnungslosen Aufsichtsräte überzeugt werden müssen). Noch mehr Zeit geht in unnötiges.

Nun gibt es noch die Aktionärsversammlungen, in denen einmal jährlich alle Aktionäre eingeladen werden und der Vorstand erzählt, was er denn alles tolles in Zukunft vor hat. Im Prinzip sind die Aktionäre ja alle Teilhaber der Firma, eben weil sie Aktien gekauft haben. Also haben die alle logischerweise auch ein Mitspracherecht an den Entscheidungen der Firma. Noch mehr Zeit geht dabei drauf, unwissenden und meistens auch uninteressierten die Geschäfte der Firma schmackhaft zu machen.
Jetzt gibt es noch die Konstellation, dass ein Großteil der beim Börsengang von der Firma verkauften Aktien am Markt von einer einzigen anderen Firma oder Person aufgekauft werden. Nehmen wir an, dass die Firma ca. 15% ihres Firmenwertes in Aktien am Markt verkauft hat. Wenn nun nur ein drittel dieser Aktien also insgesamt 5% bei einer einzigen Firma oder Person landen, weil er diese alle aufgekauft hat, dann besitzt dieser eben auch 5% der Firma. Das ist ein richtig dicker Batzen und er kann damit zum Beispiel bestimmen, dass er selber Vorstandsvorsitzender wird. Und er kann mit so einer Aktienmehrheit auch die zukünftigen Geschäfte der Firma bestimmen. Zum Beispiel, dass Patente oder Marken der Firma an andere Firmen verkauft werden. Rein alleine durch die Tatsache, dass er eben einen Großteil der Aktien im Vergleich zu anderen Mitgliedern des Vorstandes besitzt. Nicht notwendigerweise hat dieser Großaktienbesitzer aber nun überhaupt Ahnung, wie die Firma funktioniert. Ihr könnt euch vorstellen, was da alles passieren kann. Und was in dem armen Produktverantwortlichen vorgeht, der nun vor den neuen für ihn fremden Vorstand zitiert wird.

Irgend wann haben die eigentlichen Macher dann die Faxen dicke, kündigen und damit verliert die Firma dann ihr Know-How. Tja, und das war's dann auch schon. Eine gut funktionierende Firma wurde durch Geldgier und Unwissen aller Beteiligter kaputt gemacht. Viel zu viele Köche, jeder will mitreden weil er wichtig ist und schlussendlich leidet logischerweise das Produkt.

Ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen und das passiert in der Wirtschaft weltweit jeden Tag immer und immer wieder. :D
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5

07.08.2014, 10:08

Das ist doch irgendwie pervers. Dazu bekommt der Vorstand auch noch Boni, wenn der AKtienkurs steigt, also für den Job den die machen sollen bekommen die zusätzlich Kohle wenn sie den machen.
Und dann stehen kurzfristige Kursgewinne im Fokus - wie soll man da vernünftig wirtschaften ... das habe ich nie verstanden ...

6

07.08.2014, 10:23

Vorallem sind solche Unternehmen im Zugzwang immer höhere Gewinne einzufahren, da wird dann alles Gewinnversprechende aufgekauft (z.B. Activision/Blizzard) und kaputtgewirtschaftet. Deswegen wundere ich mich nicht über Ondisc DLC und co. Was Ondisc DLC angeht war ja Capcom groß, Imageschaden egal - Hauptsache Gewinn.
Hipster-Pisser!

7

07.08.2014, 11:04

Ich mache genau das gerade durch. 85 Kollegen wurden schon gekündigt. (Dabei geht es unserem Unternehmen nicht schlecht.)

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07.08.2014, 11:11

Oje ... dann drücke ich die Daumen !!!

henrikf

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9

07.08.2014, 11:15

... Und dann stehen kurzfristige Kursgewinne im Fokus - wie soll man da vernünftig wirtschaften ... das habe ich nie verstanden ...

Ich auch nicht. Ganz im Gegenteil: Eigentlich ist es unter solchen Voraussetzungen total logisch, dass man eben NICHT wirtschaften kann.

Ihr wisst ja, dass ich eine Zeit lang bei der Zeitschrift »PC Player« als Redakteur und Videoproduzent gearbeitet habe (also Regie, Kamera, Schnitt, gelegentlich auch Darsteller und so weiter). Der ganze Verlag wurde dann irgend wann einmal von der WEKA Firmengruppe aufgekauft. Die sind damit groß geworden, dass sie sogenannte »Loseblattsammlungen« verlegt haben. Also im groben Hefter, deren Fachinhalte kapitelweise ausgetauscht werden kann. Damit sind die so erfolgreich geworden, dass WEKA zumindest damals zu den größten Fachverlagen Deutschlands gemausert ist. Werner Mützel, der Gründer der Firma, wurde gefragt, warum er denn keine AG aus seiner Firma macht. Antwort: Weil er keine Lust darauf hat, dass ihm tausend Leute herein reden. Die Antwort fand ich damals schon gut und finde sie heute super! :)
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10

07.08.2014, 11:22

Ich mache genau das gerade durch. 85 Kollegen wurden schon gekündigt. (Dabei geht es unserem Unternehmen nicht schlecht.)

So blöde es jetzt im Moment für Dich klingen mag: Aber irgendwann einmal wird man da recht cool.

Ich habe bei der Zeitschrift »Happy Computer« angefangen. Die wurde drei Jahre später umgestellt auf ein möchtegern Hochglanzmagazin »Computer Live«. Das hat mir nicht gefallen, aber zum Glück entstand dann gerade die »Power Play«. Da gab es nach einen Jahr vom Verlag aber auch Querelen, so dass ich zum Magazin »mc« gewechselt bin. Das wurde nach vier Jahren eingestellt, so dass ich keinen Job mehr hatte, konnte aber zur Zeitschrift »PC Player« wechseln (mit einem kleinen Schwenker zur damaligen »Power Play«). Die wurde 2001 aber auch eingestellt, also wieder Job verloren. Dann in der Bank gearbeitet, die sich aber 2008 mit der italienischen UniCredit Bank zusammenschloss ... und mein damaliger Job war wieder futsch (ich hätte weiter machen können, aber es war absehbar, dass es keinen Spaß mehr bringt). Und jetzt bin ich hier! Alles cool! :)
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11

07.08.2014, 11:51

Ja, die große Entlasswelle ist bei uns durch. Ich hoffe nur das die Firma das überlebt. Dadurch das hier jeder 3. gegangen ist haben die übrig gebliebenen zu viel Arbeit oben drauf bekommen. Natürlich wurde auch viel Outsourcing betrieben, dass klappt auch noch nicht so ganz......

12

07.08.2014, 12:56

Tssss, internes Know-How wegschmeißen und dann outsourcen... Gaaaaanz geniale Idee!
Sir Pommes: "What the Fatsch!"