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henrikf

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1

12.03.2015, 21:13

[PS3] Bioshock (1) - Ein spätes Fazit

Ich habe mich die letzten Tage durch Bioshock gespielt - oder sagen wir mal besser »hindurch gequält« - und es bis zum Ende gebracht. Ich habe das Spiel vor einigen Jahren schon mal begonnen und es dann aber abgebrochen, weil ich mit den Kämpfen gegen die sogenannten »Big Daddies« nicht klar kam; das sind die fiesesten Gegner im Spiel. Nachdem einige im Forum gemeint hätten, dass Bioshock so toll wäre, habe ich es dann noch einmal probiert. Naja ...


Präsentation
Ich fange mal mit dem Positiven an: Das Spiel hat eine umwerfende Präsentation. Das beginnt bei der detaillierten Grafik und den liebevoll mit lauter kleinen Details ausgeschmückten Levels. Das ganze spielt ja in einer Unterwasserstadt, und überall leckt es mal hier mal dort. Und das Wasser sieht wirklich hervorragend aus. Auch der Blick nach draußen auf den Meeresgrund ist phantastisch. Und das Interieur steht dem in nichts nach. Der gute Eindruck geht weiter bei der äußerst gut gelungene deutsche Synchronisation sowie der schriftliche Übersetzung.

Naja, und dann hat das Spiel nicht nur eine geniale Idee - Unterwasserstadt mit der Technologie der 60er Jahre - nein, diese wird auch mit Leben gefüllt. Das sieht nicht nur aus wie die 60er, es fühlt sich dank optischer Gestaltung und Musik aus dieser Zeitperiode auch so an. Hinzu kommt dann diese wirklich abgefahrene Idee mit den »Big Daddies«, den »Little Sisters«, dem ADAM, den Plasmiden und so weiter. Und dann gibt es auch noch mehrere Story-Wendungen, die man so nicht erwartet hätte. So weit wäre das Spiel eigentlich perfekt ... wenn nicht ...


Die Kämpfe
Ja, wenn das eigentliche Spiel denn nicht wäre. Das Ganze ist ein 1st-Person 3D-Shooter mit einigen simplen Puzzle-Elementen. Die sind zwar komplexer als das Suchen der bunten ID-Karten im Ur-Doom, aber eben auch nur gerade eben mal so. Übrig bleibt ein Shooter, in dem man verschiedene Waffen zur Verfügung hat. Jede Waffe hat drei verschiedene Munitionsarten und man kann sie aufrüsten (Feuerkraft, Feuergeschwindigkeit, usw.). Dann gibt es noch die »Plasmide« im Spiel, das sind verschiedene paranormale Fähigkeiten, die man sich mit Hilfe des ADAM aneignen und ebenfalls aufrüsten kann kann. In der Praxis sind das wiederum nur weitere Extrawaffen, deren spezielle Fähigkeiten so gut wie gar nicht spieltechnisch eingesetzt werden. Das was zum Beispiel Metroid Prime [GC] so genial umsetzt - das stückweise erweitern der Spielewelt durch neue Fähigkeiten - ist hier nahezu nicht vorhanden. Schade.

Viel schwerer wiegen aber die eigentlichen Kämpfe. Also das direkte agieren mit dem Einwohnern der Welt. Ich habe keinen einzigen Kampf im Spiel erlebt, der bei mir am Pad der PS3 nicht in äußerst hektischem Herumgefummel ausgeartet wäre. Und zwar deshalb, weil die Steuerung zu träge reagiert. Ich habe mit Vergnügen Doom und Dead Space auf der PS3 gespielt, sogar mehrfach und konnte bei beiden Spielen ganz präzise die Gegner erledigen. Zwar erst nach einer gewissen Einarbeitungszeit, aber genau das macht ein gutes Spieledesign ja auch aus. Bei Bioshock hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die Steuerung zu beherrschen.

Einen Gegner bekommt man noch ganz gut erledigt. Bei zwei Gegner ist es schon echt unangenehm. Ab drei Gegnern hatte ich keine Chance mehr. Drei Gegner plus Big Daddie: Gute Nacht! Hinzu kommen auch noch die fahrigen schnellen Bewegungen der Gegner und die grundsätzlich düstere Umgebungsoptik, von der sich die Gegner fast nicht abheben.

Jetzt kommt der schlimmste Fauxpas des Spiels: Es ist nämlich dank der nahezu allgegenwärtigen und immer funktionsbereiten Wiederbelebungskammern völlig egal. Wenn man hops geht, bekommt man ein wenig Lebensenergie verpasst, wacht in der letzten Kammer auf und läuft dann eben wieder zu der Stelle, wo man eben gemeuchelt wurde. Mit dieser Methode habe ich sogar mal einen Big Daddie mit einem Schraubenschlüssel - also der stärkste Gegner im Spiel mit der schwächsten Waffe im Spiel - platt gemacht, einfach weil ich Verbandskästen sparen wollte und keine Munition mehr hatte. Außerdem regenerieren die Gegner nach einer gewissen Zeit. Also einfach mal einen Level »befrieden« um sich dann in Ruhe umzusehen ist einfach nicht drin.

Das macht das Spiel in der schlussendlichen Logik ziemlich beliebig und lässt einen Fragen, wozu man sich überhaupt die ganze Mühe gibt.

Dazu passt dann auch noch ganz gut, dass der Endgegner im Spiel mit der richtigen Bewaffnung wirklich richtig einfach zu besiegen ist. Aber zu dem Zeitpunkt war mir echt schon alles egal.


Subjektives Fazit
Ich wäre bei einer Bewertung hin und her gerissen: Wie gesagt ist die Story und die Präsentation grandios. Das eigentliche Spiel ist aber bei weitem nicht zu Ende gedacht. Die genannten Schwächen im Spiele-Design wirkten bei mir als echte Motivationskiller. Ab der Hälfte wollte ich es einfach nur noch hinter mich bringen. Ich kann mir keinen Reim darauf machen, warum das Spiel bei Veröffentlichung überall 90er-Wertungen bekommen hat. Das Spiel ist wahrlich auch nicht schlecht. Aber je nach Sichtweise hätte ich eine Wertung zwischen 78% und 85% verstehen können. Aber doch bitte nicht über 90%!

Ich bin jedenfalls so abgeschreckt, dass ich die weiteren Bioshock-Teile sicherlich nicht anfassen werde.
--== Island2Live / Henrik Fisch==--
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2

12.03.2015, 21:19

Das Gefühl zum Schluß hatte ich auch. Ich habe musste mich auch durch das letzte Drittel schleppen, es zieht sich einfach zu sehr in die Länge.
Hipster-Pisser!

Sir Pommes

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3

12.03.2015, 21:24

also am ende bin ich auch eher durchgelaufen, aber das liegt eher daran das Shooter mein interresse nicht so gut halten können.

Solche Probleme wie du sie beschreibst hatte ich mit den Kämpfen nicht, eher im gegenteil fand das Spiel recht einfach, aber
vielleicht unterscheiden sich die Ps3 und X360 Version in Punkto Steuerung etwas.

Mir hat das Spiel gefallen auch wenn ich es eher durchscnittlich fand möchte aber trotzdem Bioshock: Infinite spielen da ich
glaube das dies sich stark von dem ursprünglichen Bioshock unterscheidet.
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henrikf

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4

12.03.2015, 21:25

Was mich richtig genervt hat, war ...

Spoiler Spoiler

... dass man zwar zum Schluss selber zum Big Daddie wird, aber offenbar keine einzige seiner Fähigkeiten erbt. Die Biester sind ja eigentlich bei einer Provokation blitzschnell und außerdem auch noch sehr schwer zu besiegen. Als ich selber ein Big Daddie war, kam ich mir nur ein wenig schwerfälliger vor. So'n Sch***!
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5

12.03.2015, 21:25

Kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.
Mit den noralen Gegner hatte ich auch wenn mehrere Auftraten keine Probleme und die Big Daddys waren zumindest später keine Herrausforderun mehr, zumal ich die meist auch in Ruhe gelassen haben, da die einem von sich auf ja nicht angreifen.
Allerdings das mit den Updates verstehe ich gut. Wenn man sich auf Dinge wie grössere Stärke verlässt, reicht das völlig aus. AUch habe ich das ganze Spiel fast ausschliesslich mit dem Scharubenschlüssel (die STÄRKSTE Waffe im Spiel) durchgespielt.

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6

12.03.2015, 21:43

[...] AUch habe ich das ganze Spiel fast ausschliesslich mit dem Scharubenschlüssel (die STÄRKSTE Waffe im Spiel) durchgespielt.

Gewissen Bolzen für die Armbrust sowie Granaten für den Granaten-Werfer waren bei mir deutlich kräftiger. Bei den normalen Gegnern mag das mit dem Schraubenschlüssel stimmen; da habe ich auch so einige nur mit Draufkloppen erlegt. Aber einige von den dicken Gegnern waren da echt fiese. Und der Schraubenschlüssel nutzt auch wenig bei den an der Decke hängenden Gegnern, die dann die Enterhaken auf einen schleudern.

Ich hatte außerdem den Ehrgeiz, möglichst viele der »Little Sister« zu retten. Das wurde einem ja auch von der »Dr. Tenenbaum« nahegelegt. Deswegen musste ich die »Big Daddies« angehen. Außerdem waren diese Möpse immer gute Geldquellen. ;)

Aber wenn das für Dich alles keine Herausforderung mehr war und Du die ganze Zeit mit dem Schraubenschlüssel durch das Spiel gelaufen bist, was soll denn das ganze restliche Brimborium? Das spricht - nichts für ungut - eigentlich dann auch nicht so wirklich für eine herausragend herausgearbeitete Spiele-Mechanik. ;)

Wenn ich da an das letzte Level von Dead Space denke ... was die sich da noch mal zum Schluss des Spiels für Mühe gegeben haben, damit man den »Marker« durch das Level schleppt. Oder wie schon im anderen Thread erwähnt der Endkampf in Metroid Prime [GC] ... DAS ist mal wirklich ein Endkampf gewesen. Dagegen empfand ich den Kampf gegen den mutierten »Fontaine« als völlig uninspiriert.

Und, wie gesagt, Bioshock ist für mich ja kein schlechtes Spiel. Ich halte die Spielemechanik nur für nicht genügend ausgereift.
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7

12.03.2015, 22:24

Ich bin jedenfalls so abgeschreckt, dass ich die weiteren Bioshock-Teile sicherlich nicht anfassen werde.
Infinite lohnt sich trotzdem. Siehe den anderen Thread, wo du nach Empfehlungen gefragt hast, zumindest wenn man FPS spielen will. Wie du selbst sagst:
Und, wie gesagt, Bioshock ist für mich ja kein schlechtes Spiel. Ich halte die Spielemechanik nur für nicht genügend ausgereift.
Das scheint sich bei Infinite zu ändern + gute Story und besten Companion ever. Ich will das Spiel jetzt auch nicht zu doll Loben aber da du die Nachfolger so konsequent betonst, wollte ich da nochmal drauf hinweisen. Wenn man einen aktuellen 3D Shooter spielen will, ist Infinite sicher einer der besseren.


Ansonsten "go play Mars Matrix" 8-)

8

12.03.2015, 22:43

was soll denn das ganze restliche Brimborium?
Na entsprechende Fähigkeiten aufleveln sollte man natürlcich trotzde und ja, ich ahbe auch 2 weiter Waffen benutzt, die MG und die Pumpgun.
ABER, mann muss nicht jeden BigDaddy erledigen nur pro Little Sister einen, die anderen kann und sollte man am besten ignorieren.

henrikf

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12.03.2015, 22:48

[...] Ich will das Spiel jetzt auch nicht zu doll Loben aber da du die Nachfolger so konsequent betonst, wollte ich da nochmal drauf hinweisen. Wenn man einen aktuellen 3D Shooter spielen will, ist Infinite sicher einer der besseren. [...]

Na gut, Dein Wort in des großen Master-Administrators Gehörgängen. Ich behalte das mal im Hinterkopf. Aber garantiert nicht sofort; jetzt sind erst einmal andere Spiele dran. ;)
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12.03.2015, 22:58

@DengekiGamer:
Hast Du das eigentlich auf der PS3 gespielt? Oder auf dem PC? Das ist nämlich vermutlich ein riesengroßer Unterschied.
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11

13.03.2015, 00:55

Auf der PS3, PC spiele spiele ich eigendlich nicht und wenn dann nur Retro.

DustyBits

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12

13.03.2015, 06:14

[PS3] Bioshock (1) - Ein spätes Fazit...



Kannst Du so etwas nicht als Blog-Eintrag posten ? Das liest sich gut und lockt vielleicht ins Forum zum diskutieren :-)

Nur mal so als Anmerkung