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13.09.2018, 09:00

EU Urheberrechtsreform - Der Internet-SUPERGAU

Man liest wieder mehr davon dass die EU jetzt wohl die umstreittene Urheberrechtsreform umsetzen will, denn scheinbar ist das jetzt im Parlament durchgewunken worden und als nächstes erarbeitet der Rat dann wohl die Gesetze aus, wenn ich das richtig verstehe. Die bürgernahe EU funktioniert ja sehr transparent und nachvollziehbar (für die Lobbyisten, Verwertungsgesellschaften und sonstige Klüngel).

Könnt ihr in Zukunft dann eigentlich überhaupt noch Videos machen?
Wie bereitet ihr euch darauf vor?

Man darf mit Fug und Recht befürchten dass es eigenen Content in der Zukunft zumindest hammerhart erschweren wird und Europa eine knüppelharte Kapitalzensur eingeführt hat, die auch gerade das Zitieren von Inhalten (z.B. auch Computerspielen) hart-unmöglich machen soll.

Dazu gab es schon vor zwei Monaten eine Diskussion bei Heise:


Oder kürzer von diesem Internetanwalt:


Ich bin im Moment immer noch im Schockzustand, dass unsere sehr gute sehr bürgernahe europäische Union sowas durchgehen lässt und so die Rechte und Freiheiten ihrer Bürger verkauft. Aber ich hab sowieso so gut wie kein Vertrauen mehr in "die da oben".
Hier noch ein kleiner Artikel aus der Zeit zum Thema, diesmal ein aktueller:
https://www.youtube.com/watch?v=1DKk69J5pb4

Für mich klingt das wie sehr harte, anachronistische Zensur wie aus dem finstersten Biedermeier. Ich finde wer sowas einführt muss sich China gegenüber nicht noch moralisch überlegen fühlen.
Frieden. Brotbier. Möpse.
Miniblog

henrikf

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2

14.09.2018, 06:37

Ja, es ist eine Katastrophe. Die auch - wenn es genau so umgesetzt wird, wie es die EU vorsieht - das »Aus« für viele BLOGger und Foren (auch unseres ist in Gefahr) bedeuten könnte. Die vorgeschlagenen »Uploadfilter« sind technisch für kleine Systeme einfach nicht machbar.

Ich bin auch mehr als nur frustriert, weil ich sich bei mir der Eindruck zementiert, dass unsere hohen Herren - die wir allesamt bezahlen - absolut und gar nichts vom Internet verstanden haben. Und wohl eher im Gegenteil die Meinungen im Internet als Bedrohung ansehen.

Aber noch ist nicht's verloren. Der EU-Beschluss muss erst in eine EU-Richtlinie umgeschrieben werden und dann müssen die Länder-Parlamente - also auch unser Bundestag - dieses in ein Gesetz gießen. Es ist also noch viel Zeit, um Widerstand zu leisten.
--== Island2Live / Henrik Fisch==--
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Alter Aeon: Estreega

3

14.09.2018, 09:43

Es bleibt jedenfalls spannend. Obwohl – so spannend ist es eigentlich gar nicht. Ich gehe fest davon aus, dass die Katastrophe tatsächlich eintreffen wird.
Sir Pommes: "What the Fatsch!"

4

14.09.2018, 09:59

Ich auch. Ich mach mir keine Hoffnungen, da die Politiker, gerade in Deutschland, in der Vergangenheit schon immer stets für ihre Lobbies gearbeitet haben. In diesem Fall also für die Verbotsverlage, die hier ihre Zensur durchdrücken wollen. Zuletzt haben wir es ja auch bei der DSVGO erlebt, dass gerade Deutschland hier nicht verknöchert genug sein will.

Die Frage die ich mir stelle ist nur: Wie gehts dann weiter? Kann ich meine Blogs weiterführen oder muss ich die dann dichtmachen um nicht 10.000 Euro Strafgebühren zu bekommen? Was wird aus den Foren, in denen ich noch bin und verlier ich dann auch den Kontakt zu euch? Das fänd ich ziemlich scheiße.

Und was wird dann aus Kraut, Rüben und Videospielen? :mrgreen:
Frieden. Brotbier. Möpse.
Miniblog

5

14.09.2018, 15:18


Und was wird dann aus Kraut, Rüben und Videospielen? :mrgreen:
Bevor ich die Serie einstelle, würde ich nach England ziehen. In der Pflege findet man überall was. 8-)
"...einer fällt auf den Boden und grunzt plötzlich nur noch wie ein Schwein..."

henrikf

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6

14.09.2018, 19:36

[...] Zuletzt haben wir es ja auch bei der DSVGO erlebt, dass gerade Deutschland hier nicht verknöchert genug sein will. [...]

Ja ... hm ... jein. Wenn Du damit meinst, das vor allem Deutschland mal wieder in vorauseilendem Gehorsam (OK, aber fast) voran geprescht ist und die DSGVO gar nicht schnell genug umsetzen konnte, dann gebe ich Dir total Recht. Andere EU-Länder haben sich da mehr Zeit gelassen. Aber wir Deutschen mussten natürlich mal wieder bei etwas, was potentiell erst mal nervt, alles ganz schnell umsetzen.

Allerdings ist die DSGVO alles andere als das Schreckgespenst, für das es immer hingestellt wurde. Ganz im Gegenteil müssen alle Websites nun genau darüber Auskunft geben, was an Daten von den Besuchern der Website gespeichert wird. Diese Transparenz ist also etwas Gutes. Ob sich tatsächlich und in der Praxis irgend ein Schwein für die kilometerlangen DSGVO-Seiten der verschiedenen Websites überhaupt interessiert, steht auf einem anderen Blatt. Aber grundsätzlich ist das etwas Gutes.

[...] Die Frage die ich mir stelle ist nur: Wie gehts dann weiter? Kann ich meine Blogs weiterführen oder muss ich die dann dichtmachen um nicht 10.000 Euro Strafgebühren zu bekommen? Was wird aus den Foren, in denen ich noch bin und verlier ich dann auch den Kontakt zu euch? Das fänd ich ziemlich scheiße. [...]

Grundsätzlich sage ich auch hier: Eine EU-weite Vereinheitlichung des Urherberrechts war eigentlich schon längst überfällig. Und dass die Urheber von künstlerischen Werken für ihre Arbeit auch entlohnt werden sollen, das steht, glaube ich, völlig außer Frage.

Wir reden hier aber natürlich auch über Raubkopien von Büchern, Musik, Bildern und Filmen (und natürlich auch Spielen, obwohl ich darüber noch kein Wort gehört hat). Ob sich nun die Raubkopierer vor Schreck ob des neuen Urheberrechts in die Hosen machen und alle derartigen Aktivitäten sein lassen ... ich denke, wir kennen alle die Antwort. Es wird bei denen genau so weiter gehen wie bisher.

Bleiben als nächstes zum Beispiel Googles Aktion mit der Digitalisierung von Büchern. Ich schätze mal die werden das schnell einstellen. Noch schlimmer ist aber, dass Google zum Beispiel in seinen »News« Texte zitiert. Und deswegen könnten sie nun auch belangt werden.

Und dann wären wir bei den BLOGs: Wenn jemand etwas aus einer anderen Quelle zitiert, dann kann das schon problematisch sein.

Das ist aber alles nicht der große Hammer. Der sind die sog. vorgeschlagenen »automatischen Upload-Filter«. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass so etwas technisch nicht geht und zugleich einen immensen Kostenaufwand bedeutet. So ein Filter kann nicht unterscheiden, ob ein Bild als Informationsquelle für investigativen Journalismus dient oder einfach nur als schicke Illustration für einen BLOG-Beitrag. Letzteres gehört bitte weg, ersteres wäre eine Katastrophe für die Informationsvielfalt des Internets.

Und schlussendlich wäre da der Kostenfaktor: Ich hätte für Pixelor keine Ahnung, wie wir das realisieren. Ist ein Screenshot aus einem Spiel schon eine Raubkopie? Wenn ja: Danke und gute Nacht. Aber selbst wenn nicht, bräuchten wie einen Upload-Filter, um Uploads zu analysieren. Ich habe KEINE AHNUNG, was es da gibt und wer so etwas überhaupt anbieten würde. Die einfachere Methode wäre, Uploads hier zur Website einfach abzuschalten. Das würde dann vor allem das Portal betreffen (sch***!).

Aaaaaaaber ... ich habe auch Hoffnung, dass das deutsche Parlament noch ein wenig was gerade biegt. Das war nämlich in der Vergangenheit auch so. Man denke an das »Netzwerkdurchsetzungsgesetz«, wo man Hass-Kommentare melden können soll. Gilt aber nur ab einer User-Zahl an 2 Millionen, weswegen die ganzen tausenden kleinen Hobby-Foren (wie unseres) aus dem Schneider sind. Ich denke, so etwas wird da auch kommen.

Also: Erst mal durchatmen. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Ach so: Ihr könnt euch drauf verlassen, dass ich die weiteren Entwicklungen diesbezüglich mit Argusaugen beobachten werde. ;)


Und was wird dann aus Kraut, Rüben und Videospielen? :mrgreen:
Bevor ich die Serie einstelle, würde ich nach England ziehen. In der Pflege findet man überall was. 8-)

Ich will das immer nicht so laut an die große Glocke hängen, aber ich bin der Meinung, dass sich die Briten mit dem Brexit bereits mittelfristig einen sehr großen Gefallen getan haben. ;)
--== Island2Live / Henrik Fisch==--
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