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289

03.01.2015, 13:16


Jedenfalls habe ich mich dann auch mit den Produktionskosten eines Films befasst und sehr schnell begriffen, WARUM ein Tatort im Durchschnitt so 1 Million Euro kostet. In Deutschland ist einfach alles super-sch***-teuer. Und ein deutscher Film ist halt eben auch sprachlich recht begrenzt. In die USA kannst Du so etwas nicht exportieren, weil die US-Zuschauer keine Synchronisation akzeptieren. Also geht so ein Film nur in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz, was die Einnahmen gegenüber US-Produktionen deutlich herabsetzt.
Die Sprachbarriere halte ich nicht für den Grund, warum der deutsche Film so einen schwachen Ruf hat. Der französische Film, dessen Sprache noch weniger verbreitet ist als die deutsche, hat international einen ganz ordentlichen Ruf. Und selbst der asiatische Film, ist international bekannt und eine eine recht gute Reputation. In den 70er- 80er Jahren war der italienische Film international sehr begehrt und hat viele Klassiker der internationalen Filmgeschichte hervor gebracht. Aber bei deutschen Filmen gehen für gewöhnlich nicht mal die Deutschen selbst ins Kino.

Das Hauptproblem des deutschen Filmes ist es, dass es offenbar als Makel gilt zu unterhalten. Oder dass Regisseure/Geldgeber denken, dass es für den Zuschauer als unterhaltsam gilt sich zwei Stunden eine sozialkritische Meinung ins Gesicht brüllen zu lassen. Es spricht nichts dagegen eine Aussage durch einen Film zu transportieren. Es gibt genügend Filme, die das geschafft haben und TROTZDEM unterhalten können. Nur sind das meistens Filme, die hierzulande gar nicht kapiert wurden und somit schnell als Schund oder Jugendgefährdend abgestraft wurden. Ich hing eine Weile selbst in der hiesigen lokalen FIlmemacherszene ab. Natürlich waren da viele Freaks bei, aber man lernte im Laufe der Zeit auch den einen oder anderen studierenden Filmemacher kennen. Nach ein paar Unterhaltungen bemerkte ich recht schnell warum der deutsche Film unrettbar verloren ist.
Alles was keine politische Message hatte, die dem Zuschauer laut ins Gesicht gebrüllt wurde war automatisch niederer Schund. Filmische Mittel, die nicht aus den Film- Kunstschulen gelehrt wurde, konnte schließlich nur Schund sein. Sonst hätten diese Filme ja in den Büchern gestanden.

Versucht mal mit einem x-beliebigem deutschen Filmstudenten darüber zu reden, dass verhoevens Robocop von 1987 eine recht gute Geschichte bot und zeitweise arg kritische Themen behandelte. Er wird es nicht kapieren. Zum einen kann ein Sci-Fi Film mit Robotern natürlich nur Schund sein. Und außerdem wird der satirische Unterpunkt nicht alle 5 Minuten erklärt.

Wir leben in einem Land indem Starship Troopers auf dem Index landete, mit der Begründung dass die Militätthematik Faschisten ansprechen könnte. Ich persönlich fand den Film eher schwach, weil mir die Satire zeitweise zu sehr mit dem Holzhammer kam. Aber nichtmal dass, hat die hiesige Prüfungsstelle damals kapiert.

Das selbe galt für Trainspotting. Der Film kam zwar nicht auf den Index, war aber eine zeitlang stark kritisiert weil viele Deutsche der Meinung waren, dass hier ganz klar die Drogenszene als cool dargestellt wurde.

Jooh, wenn solche Leute dann hierzulande bestimmen was förderungswürdig ist und was nicht, dann ist es kein Wunder dass heute ein Luc Besson, Paul Verhoeven oder Danny Boyle in Amerika Filme drehen, statt der deutschen Hoffnungsträgern wie Till Schweiger oder Bully Herbig.

Zitat


Und
dann kommt das Fernsehen ins Spiel. Wie gesagt sind Filme so dermaßen
teuer, dass diese kaum privat finanziert werden können. Und wenn doch,
dann ist das Budget so begrenzt, dass da kaum etwas herum kommen kann.
Ich habe mir mit Begeisterung Kampfansage und da auch das Making Off
angesehen, welches eine No-Budget-Produktion ist. Dass der Film
überhaupt so ist wie er ist, ist einzig dem Engagement aller Beteiligten
zuzuschreiben, die meistens kostenlos gearbeitet haben. Und ... naja
... ich will auf keinen Fall die Leistung der schaffenden Personen
schmälern ... aber so richtig gut ist der Film halt eben auch nicht.

Das Budget lasse ich als Argument nicht durch gehen. Wenn man wirklich ein Filmprojekt durchziehen will, dann sollte es machbar sein dieses zu finanzieren. Das ist zweifelsohne eine kostspieleige Sache, aber mittlerweile ist die Heimtechnik so weit, dass auch dieses stemmbar wäre.
Schwieriger wird dann allerdings die Verbreitung. Rein theoretisch gesehen muss jeder Film, der öffentlich vorgeführt wird, vorher von der FSK begutachtet werden. Klar, ist die FSK freiwillig. Aber es wäre doch Schade, wenn der Staatsanwalt an deinem kleinen Film was zu beanstanden hätte und du dir vorher nicht den teuer nezahlten Segen der FSK geholt hättest. Jeder Kinoveranstalter bewegt sich erstmal auf dünnem Eis, einen Film zu zeigen der juristisch nicht angesichert ist. Und da fängt es an. Zum einen sind die kleinen Kinobetreiber, die einen kleinen Film zeigen würden, im Laufe der Jahre verschwunden. Bleiben also nur noch die grossen Kinos, die aber kaum Interesse daran haben dürften.

ALso selbst für den Fall, dass man ein eigenes Filmprojekt stemmen könnte, werden einem so viele juritsiche und bürokratische Steine in den Weg gelegt, dass man den Film im besten Falle nur seinen Freundeskreis zeigt oder ins Internet stellt.
"...einer fällt auf den Boden und grunzt plötzlich nur noch wie ein Schwein..."

290

03.01.2015, 13:17

Also ich verkneife mir seit jahren die glotze. vermisse nix
Ich vermisse die knapp 20 Euro, die mir jeden Monat dafür abgezogen werden.
"...einer fällt auf den Boden und grunzt plötzlich nur noch wie ein Schwein..."

291

03.01.2015, 13:46

Tja, bedank dich bei den Verantwortlichen.
Hipster-Pisser!

292

03.01.2015, 15:38

Zur Zeit schaue ich mir die alten Tatort Sachen aus den 70er/frühen 80ern ganz gerne an.
Ich finde es immer wieder interessant zu sehen was damals noch gequalmt und gesoffen wurde. Es gehört ja fast schon zum guten Ton während der Arbeit mal einen zu nehmen und anschließend noch weiter zu ermitteln :lol:

293

03.01.2015, 16:46

Tja, es schmerzt schon fast das zu schreiben, aber in den 70er und 80ern waren die Menschen echt noch lockerer.
Hipster-Pisser!

henrikf

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294

03.01.2015, 17:27

Tja, es schmerzt schon fast das zu schreiben, aber in den 70er und 80ern waren die Menschen echt noch lockerer.

Vom Lebensgefühl her, so Thema »Schere im Kopf«, wohl ja. Aber ob das immer durchaus besser war, wage ich auch noch zu bezweifeln.

Ich denke da gerade so an die festgelegten Regeln für Mann und Frau, dass die Frau eben an den Herd gehört und die Kinder zu betreuen hat, während der Mann das Geld nach Hause bringt und sich deshalb alle Freiheiten heraus nehmen darf. Ich glaube, das war in den 70ern schon ziemlich fiese. Ich glaube auch, diejenigen, die in den 70ern aufgewachsen sind, für die gilt das mit dem »locker« sein. Für deren Eltern eher nicht.

Und das mit dem »locker« gilt dann eben auch für solche Sachen wie »DDT« (Schädlingsbekämpfungsmittel) und »Contergan« (Beruhigungsmittel für Schwangere). Da ging die Lockerheit ja nun volle Kanne nach hinten los. Und genau wegen solcher Fälle sind wir heute eben auch weniger locker. Zum Beispiel werden heute genau deswegen ausführliche Studien für jedes noch so kleine Medikament, Lebensmittel oder sonstige Chemie verlangt, die sich kleine Firmen einfach nicht leisten können. Und deswegen wurde zum Beispiel der natürliche Süßstoff »Stevia« lange Zeit in Bayern nicht zugelassen (deswegen und weil vermutlich auch Südzucker da die Finger drauf hatte).

Spiele-Prüfung: USK
Für unser Hobby betreffend kotzt mich zum Beispiel die Regelung der USK aber sowas von total an. Zum einen finde ich es erst einmal sehr gut, dass Eltern Hinweise darüber bekommen, ob ein Spiel für gewisse Altersgruppen überhaupt geeignet ist. Wir alle kennen die kleinen farbigen hochkant stehenden Quadrate auf jeder Spiele-Verpackung. Aber dass die nun - nur in Deutschland - so groß sein müssen, dass sie die ganze Cover-Artwork verschandeln, versteht ja wohl niemand.

Und noch schlimmer ist das Problem für Spiele-Hersteller, denn eine Prüfung bei der USK kostet mal eben EUR 1200,00. Das können sich kleine Hersteller und Hobby-Projekte kaum leisten. Und ein ungeprüftes Spiel gilt automatisch als »indiziert«, was bedeutet, dass man sich als Spiele-Hersteller sogar strafbar macht, wenn man das Spiel an Jugendliche abgibt. Ergebnis: Alle Hobby-Projekte und kostenlose Spiele sind mit einem Schlag und staatlich sanktioniert illegal und damit keine Konkurrenz mehr für die etablierten Firmen. Ein Schelm ist, wer dahinter Absicht vermutet.

Mich kotzen auch so einige weitere Zustände in unserer Zeit an. Aber dagegen muss man eben etwas unternehmen. Im großen und ganzen bin ich der Meinung, dass es uns heute eher besser als früher geht.
--== Island2Live / Henrik Fisch==--
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295

03.01.2015, 18:08

Ich denke auch nicht, dass früher alles besser war aber in gewisser Weise hat Oxx schon Recht...die Leute waren stellenweise schon etwas lockerer oder meinetwegen auch ungezwungener - das fällt schon bei Jugendlichen auf, welche heute schon mit 14 Jahren unglaublich cool und erwachsen daherkommen (möchten). Heute wird man ja schon schief angeschaut wenn man sich mal außer der Reihe ein Bierchen zischt... :rolleyes:

Was die USK-Siegel anbelangt: Viele Hersteller verwenden doch mittlerweile Wendecover - selbst Nintendo nutzt diese bei 3DS-Software. Von daher ist das wohl eher das Unvermögen einiger weniger Hersteller die sich nicht um solche "Probleme" scheren.

henrikf

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296

03.01.2015, 18:17

[...] Was die USK-Siegel anbelangt: Viele Hersteller verwenden doch mittlerweile Wendecover - selbst Nintendo nutzt diese bei 3DS-Software. Von daher ist das wohl eher das Unvermögen einiger weniger Hersteller die sich nicht um solche "Probleme" scheren.

Wendecover sind in der Produktion teurer als normale einseitige Cover (doppelseitiger Druck). Und wer sagt denn, dass nicht ein Wichtigtuer-Politiker das Gesetz dahingehend ändert, dass das Logo IMMER sichtbar sein muss? Nee, hier ist ein typisches Beispiel, wo der Staat - mal wieder! - des Guten viel zu viel tut.
--== Island2Live / Henrik Fisch==--
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Alter Aeon: Estreega

297

03.01.2015, 21:15

ICH HABE NIICHT GESCHRIEBEN DAS ES BESSER WAR, nur lockerer!

vielleicht täuscht es mich ja nur, aber ich empfinde die heutige Medienlandschaft in vielen Dingen spießiger.
Hipster-Pisser!

298

03.01.2015, 21:26

Also so etwas wie "Ein Herz und eine Seele" würde man wohl heute nicht mehr drehen...

299

03.01.2015, 21:28

Sehr gutes Beispiel! Es wirkt alles sehr eingefahren und es wir zu sehr auf Nummer sicher gegangen, und dabei bloss niemanden verärgern! :P
Hipster-Pisser!

300

04.01.2015, 00:10

ICH HABE NIICHT GESCHRIEBEN DAS ES BESSER WAR, nur lockerer!

vielleicht täuscht es mich ja nur, aber ich empfinde die heutige Medienlandschaft in vielen Dingen spießiger.
Zumindest in dem Punkt denke Ich, dass es hierzulande mittlerweile etwas lockerer wurde. In den 80er/90ern war es so git wie unmöglich an ungeschnittene Filme zu kommen. Und da wurde nicht nur extremere Gewalt gekürzt, sondern oftmals auch an Filmklassikern wie Psycho rumgeschnitten. Da finde ich die Medienlandschaft heute doch etwas lockerer als noch vor 20 Jahren.

Vom reinem EMpfinden her, denke ich dass die Medienlandschaft heute bunter und leichter Zugänglich ist, als noch in den 80er/90ern.

Stichwort: EIn Hez und eine Seele.
Die Serie wurde bereits in den 70ern stark verharmlost, da die Satire oftmals nicht kapiert, oder als zu heftig empfunden wurde.
Dies war auch der Grund warum damals ein Grossteil der Schauspieler abgesprungen ist. Nach etlichen erfolgreichen Protesten, wurde der politische Unterton gegen leeren Comedykram ersetzt. Soo viel lockerer war das auch nicht. Da wurden die Autoren nach einigen Folgen auch recht schnell gemaßregelt, doch bitte etwas familienfreundlicher zu werden. Das die späteren Folgen heute kaum noch bekannt sind, hat seine guten Gründe. Die waren nämlich Scheisse.
"...einer fällt auf den Boden und grunzt plötzlich nur noch wie ein Schwein..."

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