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PIXELKITSCH #40: WATARA SUPERVISION

Nützliche Hardware gibt es ja einige, aber auch unnütze Geräte und Erweiterungen wollen gewürdigt werden. Deswegen gibt es an dieser Stelle immer wieder mal kleine Reviews von Geräten und harten Erweiterungen, die ihre Qualitäten manchmal erst auf den zweiten Blick offenbaren.

HARDWARE-EMBLEM

WATARA SUPERVISION

Erfolgreiche technologische Konzepte ziehen immer Nachahmer hinter sich her, die auf den Geld versprechenden Zug aufspringen wollen. Genau so verhielt es sich auch im Jahre 1992 als der taiwanesische Hersteller WATARA seine Variante des GAME BOY – Konzeptes veröffentlichte. Unter dem Namen SUPERVISION schaffte es das offensichtliche Plagiat auch nach Deutschland und wurde hierzulande von HARTUNG veröffentlicht. Neben rund siebzig Spielen erschien auch das eine oder andere vermeintlich nützliche Zubehör für den vier Batterien fressenden Handheld-Klotz.

Was das System taugt und ob es wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz für NINTENDOs Kleinsten gewesen ist, erfahrt Ihr im Video und im kompletten Review! :-)

 

In Deutschland von HARTUNG, in England von QUICKSHOT und den meisten restlichen Teilen der Welt von WATARA selbst veröffentlicht, war dem SUPERVISION nur bescheidener Erfolg beschert. Der Einführungspreis war überall günstiger als der GAMEBOY und das mitgelieferte CRYSTBALL war kein komplett schlechter BREAKOUT-Klon. Eine Vielzahl von Spielen, die ebenfalls günstiger waren als die beim großen Rivalen konnten aber nicht kaschieren, dass das Gerät technisch nur in der zweiten Liga spielte. Das Display war mit seinen 160 mal 160 Pixeln und 6,1 mal 6,1 Centimetern zwar geringfügig größer als bei NINTENDOs Pendant, wirkte jedoch noch etwas matschiger in der Darstellung. Der 8-Bit-Prozessor mit seinen 4 MHz war offensichtlich nicht in der Lage, schöne Animationen und Details auf den Schirm mit seinen vier Grautönen zu zaubern. Der Sound war dabei nicht komplett schlecht, einige Cartridges bringen echt nette Melodien aus dem knarzigen Lautsprecher hervor. Interessant war bei dem, auch in Deutschland veröffentlichten Modell die Möglichkeit, den Bildschirm zu kippen, was zwar vollkommen unpraktisch, aber irgendwie witzig ist.

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Unter den erwähnten fast siebzig Spielen finden sich zahlreiche bekannte Konzepte, angefangen bei GALAGA-Kopien, über TETRIS-Plagiate hin zum passablen BOXXLE-Bruder. Kein einziger Titel kann jedoch wirklich komplett überzeugen und so wirken die Machwerke fast durchgehend billig. Einer der wenigen Third-Party-Entwickler war im übrigen SACHEN, die auch den GAME BOY mit zahlreichen mittelprächtigen Titeln versorgt haben. Verpackt waren die Spiele, zumindest in Deutschland in Pappschachteln mit einem Karton-Einleger, in dem das Modul eingelassen wurde. Zusätzlich fand sich stets eine schwarz-weisse Bedienungsanleitung und eine Kunststoffhülle für das Spiel in der bunten, aber leicht hässlichen Box. Zudem gab es ein Linkkabel für den Multiplayerspaß, ein obligatorisches Netzteil und sogar einen TV-Adapter, mit dem der Betrieb über den Fernseher möglich gewesen sein soll.

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FAZIT:
Das SUPERVISION bietet dem geneigten Sammler eine angenehm kleine Angriffsfläche. Mit weniger als siebzig erschienenen Spielen und wenigem Zubehör ist es mit etwas Geduld durchaus möglich, das komplette Sortiment zusammen zusammeln. Die Frage, die sich mir jedoch dabei stellt: Will ich diesen Mist überhaupt in meiner Sammlung haben?
Ich besitze nun sechzehn Spiele für das klobige Gerät mit dem unvorteilhaften Schwerpunkt in Höhe des Diplays und kein Titel kann mich auch nur ansatzweise begeistern. Keiner der Titel kann in irgendeiner Weise wirklich punkten, weder technisch, noch inhaltlich. Wer sich für das Gerät interessiert, darf sich auf lieblose Kopien bekannter Konzepte und oftmals defekte Hardware freuen! Insgesamt ein wirklich überflüssiges Stück Hardware, welches aufgrund seiner Seltenheit aber dennoch seine Reize für den geneigten Freak besitzt.


nerdfaktor: 8/10
preis-leistung: 5/10
verarbeitung: 6/10

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