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RPG Maker MV

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Neue Version für aktuelle Plattformen

Das musste ja endlich mal passieren: Es gibt einen neuen »RPG Maker«, der nun Rollenspiele nicht mehr nur für Windows erzeugt, sondern auch für Android, iOS, MacOSX und HTML5-Web-Browser. Sprich: Das Gezerre mit den vorherigen Versionen, ein Rollenspiel auch unter einem anderen Betriebssystem laufen zu lassen, gehört damit der Vergangenheit an.

Wer den RPG Maker nicht kennt, dem sei hier eine kurze Einführung gegeben: Das Programm ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein Baukasten-System um Rollenspiele vornehmlich japanischer Auslegung ohne großartige Programmierkenntnisse zu erzeugen. Wer dabei grafisch an Final Fantasy II/IV [SNES], Chrono Trigger [SNES] oder Zelda - A Link to The Past [SNES] denkt, ist mental schon einmal auf dem richtigen Wege. Wobei letzteres streng genommen nicht als JRPG gilt, aber auch so etwas ginge mit dem RPG Maker. Rundenbasierte Kämpfe, isometrische Grafik-Perspektive, jede Menge Optionen für die Charaktergestaltung sowie Gegenstände noch und nöcher gehören allesamt zum Repertoire des »RPG Makers«.

Integriertes Baukasten-System

Das alles fasst das Programm in eine leicht zu bedienenden Programmoberfläche zusammen. Die aus den genannten Spielen bekannten Dörfer und Dungeons kann man sich in einen Karten-Editor eben so leicht zusammen »malen«, wie Aktionen, wenn die Spiele-Helden zum Beispiel eine Schatzkiste öffnen. Damit man sofort loslegen kann, liefert der »RPG Maker« gleich haufenweise grafisches Material, Hintergrundmusiken und Geräuscheffekte mit. Wer will kann auch eigenes Material einbinden.

Die bisher und aktuell letzte Version des RPG Makers, der »RPG Maker VX Ace«, kam zusätzlich mit einem ausgeklügelten Event-System daher, mit dessen ausschließlicher Hilfe man bereits haufenweise Rätsel, Text-Dialoge und so weiter in seinen Spiele-Kreationen realisieren konnte. Wem das noch nicht reicht, dem bietet der »VX Ace« die eingebaute objektorientierte Programmiersprache Ruby. Diese ist nicht einfach nur oben drauf auf den »RPG Maker« gesetzt, sondern elementarer Bestandteil des ganzen Systems. Wer will, kann also den »Maker« komplett umprogrammieren, und mit dem System stattdessen ein 3D-Dungeon im Stile eines Bard's Tale bauen. Oder er entwickelt gar kein RPG, sondern ein Adventure oder einfach nur eine interaktive Geschichte. So geschehen zum Beispiel bei To The Moon, welches dem Pixelor-Kollegen Sir Pommes ein ausgiebiges Review [1] wert war.

Letzteres geht wiederum nur, wenn entsprechende Programmierkenntnisse vorhanden sind. Aber, und das kann man beim RPG Maker gar nicht oft genug betonen, es geht eben. Damit ist das System weit mehr, als nur ein »Klick und Bunt«-Spielkasten für nicht ernstzunehmende Hobbyprojekte.

Nebenbei bemerkt ist das verwendete Ruby nicht einfach nur irgend eine Programmiersprache. Diese ist eine anerkannte Web-Programmiersprache - Stichwort: Ruby on Rails - und die erworbenen Programmierkenntnisse in Ruby sind nicht nur für den RPG Maker von Interesse. Der unter professionellen Software-Entwicklern geschätzte TIOBE Index listet Ruby für Oktober 2015 auf Platz 10 der am meisten verwendeten Programmiersprachen. Das nur als Hinweis für den Fall, sollte man denn den Beruf des Software-Entwicklers anstreben.

Das ist neu

Nun gibt es also eine neue Version vom RPG Maker, die schlicht auf den Namen »RPG Maker MV« hört. Die wichtigste Neuigkeit wurden schon erwähnt: Das System erzeugt nicht mehr nur für Windows Spiele - im Zeitalter der Mobilgeräte wie Tablet-PCs und Smartphones die wohl größte Einschränkung der Vorgänger-Version »VX Ace« - sondern auch für MacOSX, Android, iOS und für HTML5-Web-Browser. Letztere dürften wohl nahezu überall installiert sein.

Für Programmierer wichtig zu wissen: Der »RPG Maker MV« unterstützt nun JavaScript, was aber mit Blick auf die Publikations-Plattform HTML5-Web-Browser nur logisch ist. Ob Ruby weiterhin mit dabei ist, lies sich nicht heraus finden. Wegen der genannten Web-Option lässt sich das aber bezweifeln, denn Ruby läuft prinzipiell erst einmal nicht in einem Web-Browser. Das wäre für eingefleischte RPG-Maker-Entwickler eventuell ein Nachteil, denn ihr Ruby-Know-How können sie dann nicht weiter nutzen. Mitgeliefert wird auch ein Konverter-Script, um alte RPG-Maker-Projekte auf das neue System zu protieren.

Weitere Highlights: Höhere Grafikauflösung (nicht mehr nur 640x480), Kämpfe auch in der Seitenansicht (wie bei den alten Final-Fantasy-Teilen auf dem SNES), Touch-Support für die entsprechenden Geräte, erweitere Charakter-Generierung und - laut Hersteller - einiges mehr.

Das Programm ist seit dem 23. Oktober 2015 auf der Hersteller-Website [2] oder auf Steam erhältlich. Schönes Detail am Rande: Der Aktivierungs-Code gilt für die Steam- sowie die Nicht-Steam-Version des Programms.

5 Antworten

  1. Sir Pommes
    | Antworten

    Ich denke auch das der Preis völlig in Ordnung ist für das was man bekommt. Vorallem wenn man dann sich noch gute RPG Maker spiele wie To The Moon oder the Crooked Man anguckt und sieht was alles hiermit möglich ist ^^

  2. moep0r
    | Antworten

    Klingt spannend, ich haette nur nie mit einem so hohen Preis gerechnet… ^^

    • hfisch
      | Antworten

      Ehrlich gesagt empfinde ich den Preis gar nicht so hoch angesiedelt. Wenn man bedenkt, was da alles im System integriert ist und wie viel Arbeit einem das System abnimmt, wenn man ein JRPG entwickeln möchte, die ganzen mitgelieferten fertigen Grafiken … und dann auch noch die Multi-Plattform-Funktionalität. Ohne einen RPG Maker müsste man da ganz schön programmieren, um diese Funktionalität zu erhalten. Und verglichen mit anderen System wie zum Beispiel »GameMaker« oder auch sog. professionellen Entwicklungssystemen wie »Microsoft Visual Studio« ist das doch eigentlich günstig. :-)

      • moep0r
        | Antworten

        Ja, stimmt auch wieder. So Profisoftware kostet ja auch gern direkt mal dreistellige Betraege, fuer meine popeligen Beduerfnisse ist sowas aber eh viel zu umfangreich, da begnuege ich mich vorerst mit dem Mario Maker ;D

        • hfisch
          |

          … der auch echt richtig gut sein soll! 😉

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