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Sprites, Shapes & Co #30: 32-Bit Bitmap Arcade Racer für Sega Saturn

Arcaderacer sind eine tolle Sache. Schon in der 16-Bit Ära wurden schicke Vertreter dieses Genres herausgebracht, deren Vorbilder offensichtlich aus den Arcadehallen stammen, jedoch nicht deren Detailfülle erreichen oder das selbe Geschwindigkeitsgefühl vermitteln. Besonders neidisch wurden Racingfans, als Sega die Super Scaler Technologie entwickelte, denn die Automatenhardware wurde mit ihr in die Lage versetzt, Bitmaps stufenlos zu zoomen. Plötzlich war die Grafik der Spiele unglaublich flüssig und schnell. Bereits vor der großen Polygon-Ära wurde mittels dieser Technologie ein unheimlich intensives Geschwindigkeitsgefühl vermittelt.

Irgendwann, am Ende der 16-Bit Ära, wurden endlich die 32-Bit-Konsolen Saturn und PlayStation veröffentlicht. Die Möglichkeit, die schicken Arcade-Bitmap-Racer endlich auch zu Hause spielen zu können, rückte in greifbare Nähe. Jedoch war die Enttäuschung groß, denn für PlayStation kam….. NICHTS! Sony war schon immer stur und wollte eigentlich nur 3D-Polygon-Spiele auf den Heimkonsolen sehen. Zwar wurden einige arcadige Racer in Polygongrafik und ziemlich viele andere 2D-Spiele veröffentlicht, jedoch kein einziger 2D-Bitmap-Racer. Einzig Night Striker ist eine Erwähnung wert, jedoch ist das Spiel eher vergleichbar mit Space Harrier oder Thunder Blade.

Zum Glück gibt es die Saturn-Konsole, denn für sie wurden einige wenige 2D-Bitmap-Racer veröffentlicht. Es sind durchweg Portierung von Racern, die in den Arcades ihren Ursprung haben und kommen Dank der Hardwarepower sehr, sehr nahe an ihre Vorbilder heran.

Sega Gale Racer
Gale Racer

Gale Racer (Rad Mobile)

Ein Bitmap-Racer von Sega, der vor der Super-Scaler-Ära veröffentlicht wurde. Zwar ist das Spielgeschehen schön schnell und wild, aber leider gibt es einen gravierenden Nachteil: Die zu geringe Weitsicht. Die Grafik baut sich nur knapp vor dem Fahrzeug auf und das wirkt leider ziemlich unschön. Die Fahrten durch die schrägen Kurven sehen irgendwie unbeholfen und komisch aus.

Gut gelungen sind dafür die Wettereffekte inklusive peitschendem Regen, der gegen die Windschutzscheibe klatscht. Abgesehen davon ist es ein schneller und actionreicher Arcaderacer, der sich ganz gut steuern lässt. Als Portierung betrachtet ist es eine gut gelungene Umsetzung des Originals aus der Spielhalle.

 

ChaseHQ und SCI
Taito Chase HQ plus SCI

Taito Chase HQ plus S.C.I.

Die einzige Veröffentlichung, die nicht von Sega stammt, ist von Taito: eine kleine Collection mit Chase HQ und dem direkten Nachfolger S.C.I. (Special Criminal Investigation). Der Fokus dieser Spiele liegt zwar hauptsächlich auf dem „Racing“, aber man muss nicht wie gewohnt einfach nur die Rennen gewinnen. Viel mehr muss man ganz bestimmte Fahrzeuge einholen und sie so lange rammen, bis sie stehen bleiben. In diesen Fahrzeugen befinden sich nämlich Verbrecher, die man auf diese Art und Weise dingfest machen soll. Im Nacfolger S.C.I. kann zusätzlich zum Rammen geballert werden. Die beiden Spiele sind grafisch sehr schick und alles zoomt flüssig. Die Settings beeindrucken durch einen hohen Abwechslungsreichtum und die Portierungen sind zu 100% gelungen. Unterschiede zu den Arcade Vorbildern lassen sich nicht ausmachen.

 

OutRun
OutRun

OutRun und die

Super Scaler Technologie

OutRun ist eines der Spiele, die von Segas Super-Scaler-Technologie profitieren. Entsprechend schön und sauber zoomen sämtliche Objekte. In der Zeit vor der Erfindung der neuen Technologie mussten sämtliche Bitmaps, die gezoomt werden sollen, in unterschiedlichen Größen im Speicher abgelegt werden. Je sauberer das Zooming sein sollte, desto mehr Versionen aller Bitmaps mussten im Speicher vorgehalten werden. Weil Speicher damals eher knapp und teuer war, mussten die Entwickler oft Kompromisse eingehen. Durch die Super-Scaler-Technologie wurde es endlich möglich, nur ein einziges Bitmap pro Objekt zu verwenden und dieses in Echtzeit stufenlos zu zoomen. OutRun sieht dadurch einfach nur phantastisch aus und vermittelt ein überzeugendes Geschwindigkeitsgefühl. Die Portierung für Segas Saturn steht dem Arcade-Original in nichts nach. Sie ist in einem Punkt sogar besser: Der legendäre Soundtrack, der als Originalversion in der Portierung enthalten ist, wurde durch neu arrangierte Varianten erweitert. Diese können in den Options ausgewählt werden und klingen super. Übrigens fehlen die neu arrangierten Tracks in der europäischen Version. Es gibt sie nur in der japanischen.

Power Drift
Power Drift

Power Drift, eine Zoom-Orgie nur mit Bitmaps!

Damals, beim ersten Anspielen, dachte ich: „Sind die bekloppt? Wer soll DAS denn schaffen???“. Power Drift ist ziemlich wild und es werden dermaßen viele Objekte durch die Gegend gezoomt, dass es anfangs schwer fällt sich auf die Rennen zu konzentrieren. Zudem kippt das ganze Bild in den Kurven und die meisten Strecken sind eher Achterbahnen als nur Straßen.

Nach ein paar Runden, wenn man damit begonnen hat sich mit der Steuerung anzufreunden und die Strecken zu lernen, klappt es aber immer besser. Am Ende erkennt man in dem Spiel dann doch noch einen total geilen Arcaderacer, den man immer mal wieder hervorkramt um ein paar Runden zu drehen. Sega ist bis ans Limit gegangen und zeigt mit diesem Spiel, was mit der Super-Scaler-Technologie möglich ist. Für die Saturn-Hardware scheint diese Zoom-Orgie überhaupt kein Problem zu sein, denn die Prozessoren gehen niemals in die Knie und alles ist zu jeder Zeit schnell und flüssig. Einzig die Framerate ist mit 30 Fps geringer als die des Arcade-Originals. Aber das merkt man während des Spielens nicht. Die Dreamcast-Version bietet übrigens 60 Fps.

 

Tja, das war es auch schon. Mehr 2D-Bitmap-Arcaderacer gibt es leider nicht für Saturn. Dafür sind sämtliche Vertreter dieses Sub-Genres sehr hochwertig und Portierungen, die zu mindestens 99,9% ihren Vorbildern gleichen. Was Night Striker betrifft, war ich kurz davor es mit ins Video zu nehmen. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden. Zwar bewegt man sich in in diesem Spiel in einem Fahrzeug fort, welches wie ein Auto aussieht, aber es fliegt und man ballert mehr als dass man Rennen absolviert. Night Striker gibt es übrigens für Saturn, PlayStation und Mega-CD, wobei die Saturn-Version etwas erweitert wurde und deswegen Night Striker S heißt. Im Gegensatz zu den anderen Versionen beinhaltet die Saturn-Version zusätzlich ein CG-Intro und den Saturn-Mode. Er bietet sechs neue und exklusive Level.

Night Striker S
Night Striker S

Eine Antwort

  1. DieWutbuerger
    | Antworten

    Sehr schöne Folge. Ich mag diese Spiele ja auch. von Outrun hab ich ja mal ein kleines Arcade LP gemacht. Besonders gut gefallen hat mir Power Drift. Ich kannte das noch garnicht. Ich finde ganz cool wie in den Kurven sich das Bild neigt. Ist ein ganz lustiger Effekt.

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