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Kung-Fu Maniacs Trilogy (C64)

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Kung-Fu Maniacs Trilogy. Viel Spaß für wenig Geld.

kfm_premiumplusAlf Yngve hat in dem einen oder anderen Interview gesagt, dass er kein Programmierer ist. Sondern ein Gamedesigner und er nutzt meistens das allseits bekannte Tool „Shoot ‚em Up Construction Kit“, kurz S.E.U.C.K., welches von Sensible Software entwickelt und 1987 für Atari ST, Amiga und C64 veröffentlicht wurde. Sein Talent im Umgang mit diesem Game Creation System stellt er ein weiteres unter Beweis mit 3,000 Kung-Fu Maniacs. Es ist sein neuestes Werk und erscheint am 27.06.2015 unter dem Label von Psytronik Software.

Alf und Psytronik lassen sich nicht lumpen und die Disk-Version wird nicht nur alle drei Teile der Saga enthalten, sondern auch noch ein dickes Paket weitere Spiele. Auf der doppelseitig bespielten Disk befindet sich folgender Inhalt:

kfm_trilogy_budget
Kung-Fu Maniacs Trilogy Disk
1,000 Kung-Fu Maniacs
2,000 Kung-Fu Maniacs
3,000 Kung-Fu Maniacs
Blueberries DX
Blueberries DX 2
Flying Cobra
Nervana
Snatch McBlagger
Zap Fight 2

Nicht jeder hat Lust mit den Befehlen LOAD, LIST und RUN durch die Directorys der beiden Diskseiten zu manövrieren. Für die Bequemen gibt es Menü-Systeme, in denen komfortabel jedes Spiel gewählt und geladen werden kann.

Kung-FuManiacsTrilogyDisk-menus
Auf jeder Seite der Disk befinden sich zwei Menüs. Ein rotes Haupt- und ein schwarzes Untermenü

Das Hauptspiel ist 3,000 Kung-Fu Maniacs, welches vor allem aus der technischen Sicht eine starke Weiterentwicklung der beiden Vorgänger ist. Alle drei Teile bekamen ein schönes Ladebild spendiert.

1,000 und 2,000 Kung-Fu Maniacs

Kung-Fu Maniacs erinnert am ehesten an Kung-Fu Master (aka Spartan X), welches 1984 von Irem entwickelt wurde. Der Automat kam recht gut bei den Spielern an und es folgten Umsetzung für so ziemlich jede der damals gängigen Konsolen und fast jeden Homecomputer. Den ersten beiden Teilen von Kung-Fu Maniacs sieht man sehr stark an, dass sie auf der S.E.U.C.K.-Engine basieren. Sämtliche Sprites sind sehr klein und die Grafik sieht allgemein ziemlich sparsam aus. Man muss schon genau hin sehen, um das laufende, tretende, schlagende und teilweise auch um sich schießende Sprite genau erkennen zu können. Der zweite Teil macht etwas mehr Spaß als der Vorgänger, weil es recht früh möglich ist über Leitern und Röhren weiter oben gelegene Plattformen zu erreichen. Dadurch ist das Spiel ein wenig interessanter. Verglichen mit den anderen Spielen in der Sammlung spielen 1,000 und 2,000 Kung-Fu Maniacs nur eine Nebenrolle.

Video: 1,000 Kung-Fu Maniacs
Video: 2,000 Kung-Fu Maniacs

3,000 Kung-Fu Maniacs

KFM3000_TitleGegenüber den beiden Vorgängern erfuhr 3,000 Kung-Fu Maniacs eine unheimlich beeindruckende Weiterentwicklung, mit der ich gar nicht gerechnet habe. Sämtliche Figuren sind deutlich größer und bestehen oft aus zwei großen Sprites. Nun kann man auch sämtliche Bewegungen sehr gut erkennen. Sei es das Treten oder auch das über den Boden Kriechen. Die Duck- und Springbewegungen sind etwas zu wenig ausgeprägt. Generell hätten den Sprites ein oder zwei Animationsphasen mehr sehr gut zu Gesicht gestanden. Die Umgebungsgrafiken sind detailreicher und aufwändiger gestaltet worden als in den Vorgängern. Es gibt mehr unterschiedliche Gegner, die verschiedene Angriffsmuster beherrschen. Ab und zu umherfliegende Papierrollen bescheren dem Protagonisten neue Waffen, von denen einige recht witzig sind. Beispielsweise schmeißt er manchmal mit kleinen, zappelnden Ninjas um sich. Ohne die Extra-Waffen hat das Spiel übrigens einen recht knackigen Schwierigkeitsgrad, weil die Feinde teilweise sehr plötzlich auftauchen. Am besten ist, wenn man sich die Positionen, an denen sie auftauchen, merkt und sich während des Spielens auf sie vorbereitet.

Obwohl das Genre, dem Kung-Fu Maniacs angehört, nicht gerade zu meinen Vorlieben zählt, hat mich der dritte Teil für eine Weile motiviert. Stellen, die ich erst für unfair hielt, verloren nach einiger Übung ihren Schrecken und der Frust hielt sich doch noch in Grenzen. Etwas nervig macht sich hier ein Problem der S.E.U.C.K-Engine bemerkbar: Wenn das Scrolling anhält, ändert das Sprite seine Geschwindigkeit. Genauer gesagt ist es so, dass sich das Sprite in einer gewissen Geschwindigkeit bewegt, wenn der Hintergrund nicht scrollt. Aber wenn der Hintergrund scrollt und sich das Sprite auf dem Bildschirm immer an der selben Position aufhält (die Laufbewegung wird durch das Scrolling erzeugt), ist das Scrolling sehr viel langsamer als die vorherige Bewegung. Man hat also ständig das Gefühl, dass das Sprite seine Laufgeschwindigkeit ändert. An einigen Stellen verliert man deswegen ein Leben, wenn man sich daran noch nicht gewöhnt hat.

Video: 3,000 Kung-Fu Maniacs

Allen drei Spielen gemein ist die großartige Musik, die aus der Feder von Richard Bayliss stammt. Er hat den SID mittlerweile im Griff wie nur wenige andere. Die Sounds und Melodien erinnern streckenweise an die grandiosen Soundtracks von The Last Ninja 1 und 2, die von den Musiker-Legenden Ben Daglish, Anthony Lees und Matt Gray stammen. Die Musik von Richard Bayliss klingt sogar noch vielfältiger, weil sie die besonderen Fähigkeiten des MOS 8580 ausreizt. Der 8580 bietet mehr Möglichkeiten als der 6581. Musik und SFX gleichzeitig gibt es leider in keinem der Kung-Fu Maniacs. Man muss sich in den Titelbildern für eines von beidem entscheiden.

Snatch McBlagger

SnatchMcBlagger (1)Alf Yngve ist ein sehr aktiver Teilnehmer der SEUCK Game Compo, die von Richard Bayliss organisiert wird, und schickt oft gleich mehrere seiner Kreationen ins Rennen. Snatch McBlagger ist einer seiner aktuellsten Beiträge (SEUCK Game Compo 2015) und fand den Weg auf die Disk, die von Psytronik vertrieben wird. Es handelt sich um ein Sidescrolling-Plattform-Game, in dem Snatch aus einem Gefängnis ausbrechen muss. Er muss sich vorbei an Wächtern und Wachhunden schleichen und dabei Geldsäcke einsammeln. Die Level wurden so gestaltet, dass Snatch oft über Leitern die Ebenen wechseln muss. Außerdem wollen ihn die Mithäftlinge aufhalten. Sie strecken ihre Hände durch die Gitterstäbe ihrer Zellen und wollen Snatch festhalten. Später, wenn  man das Gebäude verlassen konnte, muss auch noch den Lichtkegeln der Suchscheinwerfer ausgewichen werden.

Am besten gefallen mir die Farbgebung und die Gestaltung der Sprites. Alles sieht sehr schön und kontrastreich aus.

Video: Snatch McBlagger

Blueberries DX und Blueberries 2 DX

Bereits über 20 Jahre alt sind die beiden in der Draufsicht dargestellten Run ’n‘ Gun Shooter, die ebenfalls auf der Disk verewigt wurden. Wer Commando, Ikari Warriors und Dogs of War kennt, der weiß, um was für Spiele es sich bei Blueberries DX und Blueberries 2 DX handelt.

Die beiden Spiele sind recht gut spielbar und sehen gut aus. Allerdings macht sich die bereits weiter oben angesprochene Macke der SEUCK-Engine negativ bemerkbar: Die Sprites bewegen sich plötzlich langsamer, wenn das Spiel den Untergrund scrollen muss. Vor allem beim zweiten Teil hatte ich deswegen zu Beginn einige Probleme. Einige Kanonen der Gegner schießen diagonal und bei manchen habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft, ohne Lebensverlust an ihnen vorbeizukommen. Das Spielersprite bewegt sich an diesen Stellen einfach zu langsam.

Abgesehen davon macht es einigen Spaß sich durch die Level zu ballern. Der erste Teil gefällt mir besser als der zweite, weil er besser spielbar ist.

BlueberriesDX (1)

BlueberriesDX2 (1)

Video: Blueberries DX

Video: Blieberries 2 DX

Nervana, Flying Cobra und Zap Fight 2

Neben den bereits erwähnten Spielen fanden auch drei vertikale, klassische Shoot ‚em Ups Platz auf der Disk. Ehrlich gesagt ist Nervana kaum der Rede wert. Von den dreien ist es das abwechslungsärmste mit der langweiligsten Grafik. Etwas seltsam ist die Idee, Riesen, die auf Wolken stehend aus ihren Köpfen schießen, eben diese, nämlich ihre Köpfe, abzuschießen. Das geht eine ganze Weile so und erst viel zu spät werden andere Gegner eingeführt.

Video: Nervana

Etwas besser wirkt Flying Cobra. Zwar wird absolut nichts Neues geboten, man fliegt mit seinem Fluggerät über Meere, Wälder und Stadtgebiete, aber es ist schön schnell und actionreich. Ich fühlte mich während des Spielens ein wenig an Bomber Raid (Master System) erinnert. Allerdings sieht Flying Cobra weniger gut aus.

Video: Flying Cobra

ZapFight2 (1)Richtig gut gefällt mit Zap Fight 2, weil es richtig schön und kontrastreich gezeichnet wurde. Man erkennt sämtliche Gegner und deren Schüsse ohne jedes Problem. Es gibt ein schickes Extrawaffensystem: Jedes Mal, wenn man einen Stern einsammelt, bekommt das Raumschiff eine weitere Fähigkeit. Doch Vorsicht! Wenn es die höchste Ausbaustufe hat bekommt es wieder die erste Stufe, wenn man versehentlich einen weiteren Stern einsammelt. Zap Fight 2 habe ich sehr lange und gerne gespielt. Für mich ist es das Highlight auf der Disk.

Video: Zap Fight 2

Bei den automatisch scrollenden Shoot ‚em Ups kommt auch nicht die weiter oben angesprochene Macke zum tragen, wenn das Scrolling anhält (verschiedene Geschwindigkeiten der Bewegungen).

Die Sammlung bietet in der Disk-Version unglaublich viel Inhalt für ihr Geld. Die Kassette bietet weniger Inhalt. Soweit ich weiß nur die drei Kung-Fu Maniacs und Zap Fight 2, aber sie kostet dafür mit £4,99 auch nur weniger als die Hälfte der Disk (£12.99). Man muss sich allerdings bewusst darüber sein, dass sämtliche Spiele mit SEUCK erstellt wurden und das bietet nur begrenzten Handlungsspielraum. Fast alle Erzeugnisse, die auf dieser Engine beruhen, wirken recht ähnlich. 3,000 Kung-Fu Maniacs und Zap Fight 2 stechen allerdings ziemlich hervor, weil einiges an Kreativität eingeflossen ist. Ich hatte sehr viel Spaß mit den beiden Actiongames.

Video: Kung-Fu Maniacs Trilogy – Alle Spiele

Homepage und Shop: Psytronik Software

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