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Steam In-home Streaming getestet

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Mit einer neuen Betaversion des Steam-Clients von Valve ist es möglich, Spiele über das Heimnetzwerk auf einen anderen Computer zu streamen.

Voraussetzungen für In-Home Streaming

Nachdem man sich bereits seit einigen Monaten in die Steam-Gruppe „Steam In-Home Streaming“ eintragen lassen konnte, wurden vor einigen Wochen die ersten Einladungen zur Beta verschickt. Da ich vorgestern auch eine eMail von Steam bekam, konnte ich direkt mit dem Testen beginnen.

Einrichtung

Zur Nutzung von In-Home Streaming müssen zwei Computer im Heimnetzwerk in denselben Steam-Account eingeloggt sein. Sofern der als Server fungierende Computer erkannt wurde, können alle installierten Spiele über das Netzwerk (kabellos oder kabelgebunden) gestreamt werden. Ist ein Spiel noch nicht installiert, kann es mit einem Klick beim Clienten auf dem Server installiert werden. Außerdem ist es möglich, auch Steam-fremde Spiele in die Bibliothek einzubinden und zu streamen.
Im Moment müssen auf Server und Client eine Windows-Version ab Vista installiert sein und es wird empfohlen, UAC vollständig zu deaktivieren (im Test lief es jedoch auch mit aktiviertem UAC problemlos). Die Unterstützung für Linux, SteamOS und Mac OS X befindet sich noch in Arbeit.
Im Moment wird das Videosignal mit den Videocodecs H.264 und VP8 und in einem Rohdatenformat übertragen und für Audiosignale ist Opus, Ogg Vorbis und ein Rohdatenformat möglich. Die Auswahl wird dabei von Steam automatisch getroffen. Ein Eintrag bei SteamDB offenbart, dass in Zukunft auch die Codecs HuffYUV, ULY0, H.265, VP9 und ORBX möglich sein könnten.

Testaufbau

Folgende Hardware wurde für unseren Test genutzt. Der Stream wurde dabei in einem 2,4 GHz-WLAN übertragen.

Server:

AMD Phenom II X4 965 Black Edition @ 3,7 GHz
16 GB DDR3-1333 Arbeitsspeicher
AMD Radeon HD7870 XT @ 1150 MHz / 1575 MHz
Microsoft Windows 7 Professional 64-Bit-Version

Client:

Intel Core i5-3230M @ 2,6 ~ 3,2 GHz
8 GB DDR3-1600 Arbeitsspeicher
Intel HD4000 Graphics
Microsoft Windows 8.1 64-Bit-Version

In-Home Streaming in Aktion

In unserem Test haben wir vier Steam-Spiele getestet: Tomb Raider (2013), Just Cause 2, RAGE und Crysis 2. Bei Tomb Raider und Just Cause 2 waren Bildrate und Verzögerung zu jeder Zeit sehr gut und es konnte mit einem am Client angebundenen Xbox 360 – Controller problemlos gespielt werden.
Crysis 2 war generell auch flüssig spielbar, jedoch hakte der Stream etwas und die Verzögerung wurde deutlich spürbarer, als die Bildrate auf dem Server unter 30 Fps fielen. Ist die Bildrate höher, funktioniert es problemlos.
RAGE zeigte sich im Test etwas problematischer. Obwohl auf dem Server durchgehend 60 Fps dargestellt wurden, lief der Stream nur mit 15 Fps und 4 Mbit/s (ansonsten ~14 Mbit/s).

Fazit

Für eine Beta-Version ist die Qualität des Streams schon sehr gut und es werden viele Spiele unterstützt, die nicht direkt von Valve stammen. Um das HDMI-Kabel abzulösen, das gerade zwischen PC und Fernseher hängt, muss noch etwas an der Funktion gearbeitet werden. Selbst mit Gigabit-Ethernet ist das Spielgefühl nicht vergleichbar mit einer Direktverbindung.
Auch die Auswahl an möglichen Streaming-Clienten könnte erweitert werden: Denkbar wären Smartphones und Tablets sowie Kleinstcomputer wie der Raspberry Pi oder auch SmartTVs.
Dennoch ist es beeindruckend, einen aktuellen Top-Titel auf dem Notebook mit integrierter Grafik in absoluten Höchsteinstellungen und mit guter Bildrate laufen zu sehen. Für das gelegentliche Spielen in einem anderen Raum ist die Funktion bereits gut geeignet.

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